Am Bahndamm: Bis zur Ortsgrenze von Kottgeisering sind Gras und Blumen niedergemacht worden (links), in der Verlängerung auf Grafrather Flur dagege n wurde das Grün stehen gelassen.  

Antrag zum Pflegeeinsatz angenommen

Später mähen und der Natur damit helfen

Gemeindliche Flächen naturnah zu pflegen: Das ist ein Antrag, den einige Institutionen und Privatleute an den Kottgeiseringer Gemeinderat gerichtet haben. Denn man ist nicht zufrieden damit, wie die Arbeit bisher erledigt wird.

KottgeiseringAnlass für den Antrag war, dass die Gemeinde viele Flächen und Wegraine dieses Jahr bereits Anfang Juni mulchen ließ. Neben dem Verzicht auf Spritzmittel und mineralische Dünger ist es den Initiatoren vor allem ein Anliegen, Wiesen, Straßenbegleitgrün und Ruderalfluren möglichst spät zu mähen. „Eine frühe Mahd entzieht vielen Arten die Futterquelle und vernichtet Raupen und Puppen verschiedener Schmetterlinge“, heißt es in dem Antrag. Auch Bienen und Hummeln fänden nach der Frühjahrsblüte von Raps und Obstbäumen praktisch nichts mehr.

Vertreter der Kottgeiseringer Imker, der Grünen, des Bund Naturschutz, der Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins und drei Gemeinderatsmitglieder aus drei Fraktionen hatten den Antrag unterschrieben. Darin fordern sie, einen Schnittzeitpunkt je nach Lage der Fläche frühestens ab 15. Juni, eine Reduzierung der Schnittanzahl und eine Balkenmähermahd (statt Mulchen) auf nicht geneigten Flächen. Dies bringe zugleich eine Reduzierung der Pflegekosten.

Bürgermeisterin Sandra Meissner (Bürgervereinigung/BV) stellte fest, dass die Gemeindeflächen weder gedüngt noch gespritzt werden und der Einsatz von Pflanzenschutzmittel auf verpachteten Flächen verboten sei. „Einige Landwirte mähen die Feldraine, weil sie damit das Aussamen der Pflanzen in ihre Felder vermeiden wollen“, sagte sie. Außerdem seien die Entwässerungsgräben regelmäßig von Bewuchs freizuhalten. Im Interesse der Verkehrssicherheit seien auch Seitenstreifen zu mähen, weil umfallende Pflanzen auch die Straßenentwässerung behindern.

Katrin Kronenbitter (BV) stellte fest, dass es nicht darum gehe, Flächen überhaupt nicht mehr zu pflegen, sondern später im Jahr. „Der Bahndamm entlang der südlichen Villenstraße wurde in voller Blüte gemäht – in einer Breite, die weder für die Verkehrssicherung noch für die Entwässerung notwendig war“, kritisierte sie.

Straßenreferentin Maria Klotz (BV) verteidigte die Maßnahmen, weil es auch darum gehe, die Asphaltflächen vor Schäden durch hineinwachsende Wurzeln zu bewahren. „Das Abschieben der Feldränder soll sicherstellen, dass das Wasser in die Felder abfließen kann“, so Klotz.

Gabi Golling (Grüne) regte ein Programm wie in Adelshofen an, wo ein Experte in den Ort kommt und Wissen vermittelt: „Denn sonst geht mehr kaputt als nur Straßen.“

Kirstin Kortländer (CSU) warb für Blühstreifen, die aber laut Kronenbitter wesentlich mehr Kosten und Aufwand bedeuten anstatt einfach Dinge weniger oder nicht zu tun. Oskar Ostermeir (CSU) appellierte in der langen und kontroversen Debatte, Bürokratie durch Begrenzung der Schnittanzahl zu vermeiden und Sachverstand walten zu lassen.

Eine genaue Definition, was wo und wann erlaubt ist, lehnte der Gemeinderat ab. Genauso die Gründung eines Arbeitskreises, der sich damit beschäftigen solle. Schließlich fand der Ursprungsantrag doch eine Mehrheit – mit der Einschränkung, dass „der Entwässerung dienende Flächen ausgenommen“ sind. tb

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