+
Eier von Legehennen

Kottgeisering

Treffen der Bürgerinitiative: Weiter Kampf gegen Geflügelstall für Lege-Hennen

Gerümpel im Hof, ein überwachsener Löschteich, riesige Pflasterflächen wo eigentlich Kies sein sollte, und noch mehr Schrott im Gewächshaus. 

KottgeiseringUnd jetzt droht auch noch ein Geflügelstall für über 5000 Bio-Legehennen. Die allermeisten der gut 50 Bürger sahen sich nach der Informationsveranstaltung in ihrem Widerstand gegen das mutmaßlich privilegierte Bauvorhaben bestätigt.

Die Fotos, die die Bürgerinitiative „Kein weiter so“ vom Hof des Bio-Landwirts Erich Klas zeigte, passen so gar nicht zum idyllischen Alm-Bild, mit dem sich Klas auf seiner Webseite im Internet präsentiert. Darin preist Klas mit Sense und Lederhose sein Wirtschaften in unberührten Natur- und Landschaftsschutzgebieten und setzt sich für den „Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft“ ein. „Unsere Landschaft in Kottgeisering ist auch schützenswert und darf nicht mit Füßen getreten werden“, so der BI-Sprecher Michael Pütz in seinem Vortrag.

Abgesehen von diesen seltenen Ausflügen ins Emotionale bemühte Pütz sich redlich, Fakten über den Antrag des Geflügelstalls auf den Tisch zu legen. Diesen hatte Klas vor einigen Monaten – trotz eines einstimmig ablehnenden Votums des Kottgeiseringer Gemeinderats – im Landratsamt eingereicht.

Mehrere dicke Fragezeichen sieht die BI, die im Kernteam aus einem Dutzend Leuten besteht, hinter der Privilegierung, die das Bauvorhaben im Außenbereich ermöglichen soll. „Öffentliche Belange dürfen nicht entgegenstehen und die Erschließung muss gesichert sein“, zitierte Andreas Folger aus dem Gesetzestext.

Eingriff ins Landschaftsbild

Abgesehen davon, dass die zum Hof führenden Straßen weder in der Breite noch im Ausbau die schon jetzt verkehrenden 40-Tonner nicht aushalten, sieht die BI eine Beeinträchtigung durch die bereits entstandene Splittersiedlung, den massiven Eingriff ins Landschaftsbild und die Umwelt (Stickstoffeintrag durch Hühnerkot). „Wir haben die Behörden gebeten, sich diesen Antrag und seine Bauten der letzten 15 Jahren genauer anzuschauen“, so Pütz. „Wo sind die Ausgleichsflächen, wo ist die wasserrechtliche Genehmigung, wie kann es sein, dass bei Starkregen die Dorfstraße und der angrenzende Acker überflutet wird?“.

Zehn Antworten

Über zehn Antwortschreiben von Ministerien und Ämtern hat die BI daraufhin erhalten. Zu den wichtigsten Reaktionen gehört das Gespräch mit Landrat Thomas Karmasin, der Kreisbaumeisterin und dem Bauamt – das aber ohne konkrete Ergebnisse beendet wurde, weil das Verfahren noch läuft. Michael und Gisela Swoboda warfen in der anschließenden Diskussionsrunde der BI vor, dass sie nicht schon längst das Gespräch mit Erich Klas gesucht hätten. „Es ist nicht Sache der BI auf ihn zuzugehen, sondern seine Aufgabe, über sein bekanntermaßen umstrittenes Vorhaben die Bürger zu informieren“, entgegnete Pütz.

So sei es vor fünf Jahren bei einem ähnlichen seiner Fälle vereinbart worden. Gleichwohl steht ein Gespräch als nächstes auf der Agenda der BI. „Die Erfahrung zeigt, dass 50 Prozent seiner Bauten nicht so genutzt werden, wie privilegiert genehmigt – was passiert, wenn das mit dem Hühnerstall genauso läuft?“, fragte sich Karim Korthländer, der 50 Meter daneben wohnt. (mjk)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drei Männer überfallen und verprügeln 23-Jährigen
Auf dem Heimweg vom Gernlindener Faschingszug wurde ein 23-Jähriger brutal überfallen und ausgeraubt. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck sucht jetzt nach drei Tätern.
Drei Männer überfallen und verprügeln 23-Jährigen
Die Raupe Nimmersatt in sieben Sprachen
Zum „Internationalen Tag der Muttersprache“ gab es einen guten Grund zum Zuhören: In der Stadtbibliothek wurden Erzählungen für Kinder in sieben Sprachen vorgetragen.
Die Raupe Nimmersatt in sieben Sprachen
Im autonomen Minibus durch Gröbenzell
Minibusse, die in einer Ringlinie fahrerlos durch Gröbenzell fahren – noch ist dies eine Vision. Doch Grünen-Sprecher Walter Voit, kann sich vorstellen, dass dies eines …
Im autonomen Minibus durch Gröbenzell
Hier soll das Einkaufen angenehmer werden
Wegen der Neubebauung des Alois-Harbeck-Platzes überlegt sich die Stadt, dort einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich einzurichten.
Hier soll das Einkaufen angenehmer werden

Kommentare