Kottgeisering

Wahl 2020: Bürgermeisterin lässt Vize Vortritt

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Die Katze ist aus dem Sack: Sandra Meissner wird nicht mehr als Kottgeiseringer Bürgermeisterin kandidieren. Stattdessen könnte bei der Wahl 2020 ihr derzeitiger Vertreter Andreas Folger für die Bürgervereinigung (BV) ins Rennen gehen.

KottgeiseringFrüher als geplant habe sie ihre Entscheidung in einer Sitzung der BV bekannt gegeben, schreibt Meissner in einer Presseerklärung der BV. Dabei war sie ohnehin die letzte Rathauschefin im Landkreis, die sich bislang nicht zu ihrer Zukunft geäußert hatte. Ob die jetzige Stellungnahme an den zahlreichen Gerüchten um ihre Person lag, die im Ort ihre Runde machten, dazu lässt sich die Amtsinhaberin nicht aus.

Sie nennt stattdessen berufliche Gründe für ihre Entscheidung: „Nach Abwägung aller Für und Wider bin ich zu dem Entschluss gekommen, den Schwerpunkt meiner Tätigkeit künftig wieder mehr auf meinen Beruf als Rechtsanwältin zu legen.“ Diesen könne sie aufgrund des Ehrenamts derzeit nur noch eingeschränkt ausüben.

Zu den Gerüchten, dass einige Gemeinderäte unter der Bürgermeisterin nicht mehr kandidieren wollten – darunter angeblich auch zwei aus der eigenen BV – sagt Meister nichts. Ebenso nicht zu den Vorwürfen, dass es bei Bauvorhaben im Ort Falschaussagen von ihr gegeben habe, oder dass sie auch in der Verwaltung bei den Rathausmitarbeitern oftmals einen schweren Stand habe. Diese Punkte waren von unterschiedlichen Quellen an das Tagblatt herangetragen worden.

Dafür zog sie ein Fazit ihrer ersten und zumindest vorerst auch letzten Legislaturperiode als Kottgeiseringer Gemeindechefin. „Ich bin gerne Bürgermeisterin und habe in meiner bisherigen Amtszeit mutig wichtige und auch unbequeme Themen angepackt und weitergebracht.“ Als Beispiele nennt sie große Verbesserungen in der Lösch- und Trinkwasserversorgung, die Änderung von Bebauungsplänen oder Maßnahmen der Dorferneuerung wie die Renaturierung des Bereichs am Anger. Auch die Sanierung von Spielplätzen schreibt sich Meissner auf die Fahnen, wie auch die Erschließung Kottgeiserings mit schnellem Internet.

„Das Amt als Bürgermeisterin bringt sehr viele positive Erfahrung mit sich“, so Meissner weiter. Gleichwohl will sie nun den Fokus wieder auf ihre berufliche Karriere legen. Sehr wichtig sei ihre dabei eine Nachfolgeregelung. „Mein Stellvertreter Andreas Folger hat mir nach einigen Vier-Augen-Gesprächen signalisiert, bei dieser Sachlage für eine Kandidatur für das Bürgermeisteramt zur Verfügung zu stehen“, sagt die Noch-Rathauschefin.

Allerdings müsse Folger selbst auch noch berufliche Fragen abklären und natürlich von der BV nominiert werden. Folger war schon bei der Wahl vor knapp sechs Jahren der Stimmenkönig der BV. Bis zur Entscheidung Meissners hatte sich der Vize-Rathauschef zu den Geschehnissen innerhalb der Gruppierung und zu einer möglichen Kandidatur seinerseits aber bedeckt gehalten.

Generell versucht man bei der BV offenbar, das den Gerüchten zufolge zerschlagene Porzellan nicht nach außen zu kehren. So sprechen die Mitglieder in der Presseerklärung Meissner ihren Dank für ihre offenen Worte und für das in ihrer Amtszeit bisher Geleistete aus. „Mit ihr an der Spitze hat die BV ihr bestes Wahlergebnis erzielt“, heißt es weiter. Meissner habe durch Tatkraft maßgeblich dazu beigetragen, dass die BV zur stärksten Fraktion im Gemeinderat wurde. „Dies wird die Messlatte für die Kommunalwahl 2020 sein“, heißt es abschließend.

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