Sandra Meissner informierte über dieBelegung der Kindergärten.

Gemeinderat Kottgeisering

Waldkindergarten könnte Probleme lösen

In zwei Jahren könnte es eng werden im Kottgeiseringer Kindergarten Amperstrolche. Deswegen denkt der Gemeinderat jetzt über die Einrichtung eines Waldkindergartens nach.

Kottgeisering – Ob die mögliche neue Einrichtung ausgelastet wäre, ist nicht sicher. Nach Auskunft der Verwaltung hätten derzeit 55 Kinder einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz im Kinderhaus Amperstrolche. Zwei Kindergarten- und eine Kinderkrippen-Gruppe stehen dafür gemäß dem jetzt gefassten Beschluss in diesem und auch im folgenden Jahr 2018/2019 zur Verfügung.

Nach einem Wechsel von fünf Kindern aus der Krippe in den Kindergarten gibt es noch Kapazitäten in der Krippe. „Weil zu Beginn des Kindergartenjahres aber die Nachfrage größer als das Angebot war, mussten wir vier Kinder in der Nachbargemeinde Eching unterbringen“, berichtete Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) dem Gemeinderat.

Viele offene Fragen plagen Verwaltung wie Gemeinderäte: Können auch in den folgenden Jahren gegebenenfalls Kinder in Nachbarorte ausweichen? Wie entwickeln sich die Geburtenzahlen? Gibt es ein neues Baugebiet an der Nördlichen Villenstraße? Und allem voran: Würde sich ein Neubau rentieren?

Die Tatsache, dass die Zahl der Neugeborenen im Ort rapide von 13 (2016) auf fünf (seit Jahresbeginn) gefallen ist, lassen jedenfalls vorsichtig werden. Denn ein nicht voll ausgelastetes Haus wäre ein finanzielles Fiasko, wo es doch schon jetzt gilt, jährlich ein deutlich fünfstelliges Defizit durch den Gemeindehaushalt auszugleichen. Immerhin stünde ein Bauplatz am Keckweg für einen Neubau sofort zur Verfügung.

Auf Nachfrage von Gabi Golling (Grüne) teilte Bauamtsleiter Erwin Fraunhofer in der Sitzung mit, dass dort keine vier Kindergruppen unterzubringen wären. Weil der Kindergarten in der Schulstraße erst vor knapp zehn Jahren saniert und erweitert wurde, müssten bei einer Aufgabe des derzeitigen Standortes oder einer Nutzungsänderung außerdem ein großer Teil der erhaltenen Zuschüsse zurückgezahlt werden.

Andreas Folger (BV) riet, weiter in die Zukunft zu schauen und im Sinne der Vorsorge einen Neubau – eine Erweiterung an alter Stelle ist nicht möglich – zu beginnen.

Oskar Ostermeir (CSU) wollte nicht soweit gehen: „Ein neues Baugebiet, das eine deutlich steigende Nachfrage zur Folge hätte, kommt nicht schneller als ein Kinderhaus-Neubau.“

Ein finanziell geringerer Kraftakt wäre die Einrichtung einer Waldkindergartengruppe. Wobei Fraunhofer einwarf, dass es auch hier einen umfangreichen Genehmigungsprozess gebe: „Mal schnell einen Bauwagen hinstellen funktioniert nicht“. Obwohl sich auch viele Eltern bei einer Umfrage skeptisch äußerten, sprachen sich die Räte dafür aus, die ersten Schritte für die Einrichtung eines Waldkindergartens zu beginnen. Bevor dann ein Planer mit der Umsetzung beauftragt werden muss, will der Gemeinderat erneut beraten. (mjk)

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