Drastische Erhöhung

Wasserrechnung: Bürger sind sauer

Kottgeisering - Die demnächst in die Häuser flatternden Wasserrechnungen erhitzen schon jetzt die Gemüter. Mehrere Kottgeiseringer beschwerten sich am Montag bei der Bürgerversammlung über die drastische Erhöhung.

Um Großabnehmern entgegen zu kommen, hatte der Gemeinderat beschlossen, die für Leitungssanierung notwendigen Geldmittel nicht nur über den Wasserverbrauch zu beschaffen. Vielmehr auch über eine höhere Zählergebühr. Was Franz Sigl und seinen Bruder Gabriel bei der Bürgerversammlung erzürnte. Das sei eine Erhöhung gleich um das Fünffache und „ist nach meinen Recherchen sittenwidrig“, so Franz Sigl. Dem widersprach Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV): „Das war mit dem Landratsamt so abgestimmt, weil wir keine andere Wahl hatten. Einen gerechten Wasserpreis gibt es nicht.“ Meissner betonte, dass die Erhöhung des Kubikmeterpreises dafür mit 2,17 Euro netto weit moderater ausfiel als zunächst erwartet.

Überhaupt dominierte das Thema Wasser die Bürgerversammlung. Als Folge eines dem Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellten Trink- und Löschwasserkonzepts wird an der Johannishöhe ab der Bahnüberführung bis zum Verkehrskreisel eine neue Leitung verlegt. Um gleichzeitig ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben, soll der Leitungsquerschnitt erhöht werden. „Wir investieren eine viertel Million Euro und fangen im nächsten Jahr da an, weil es in dieser Straße schon Rohrbrüche gab und weil die Straße nicht asphaltiert ist“, berichtete die Bürgermeisterin.

Weitere Abschnitte seien in den folgenden Jahren zu erneuern, um eines Tages alle alten Eternit-Rohre im Gemeindegebiet ausgetauscht zu haben. Vereinzelt aufgefundene Leckstellen, neue Wasserzähler und Untersuchungen, unter anderem des Wasserturms, hätten dazu geführt, dass die Rohrbrüche weniger wurden und Wasserverluste innerhalb von weniger als einem Jahr bereits um zehn Prozent reduziert werden konnten. Dass die Verluste mit jetzt 30 Prozent immer noch deutlich zu hoch sind, leugnete Meissner nicht, versprach aber, an der Sache dran zu bleiben.

Sehr positiv sah die Bürgermeisterin das genossenschaftlich organisierte Seniorenwohnen (SeWoKo) und verteidigte es gegen Kritik: „Belange der Feuerwehr werden nicht tangiert, auch das Dorffest könnte weiterhin an gewohnter Stelle stattfinden“. Voraussetzung sei, dass die Gemeinde die Verlegung des Stadels der Jagdgenossenschaft nichts kostet. Im Gegenteil: Durch die Vermietung des Grundstücks hinter dem Rathaus an die Genossenschaft sei noch ein fünfstelliger Pachtpreis zu erzielen. „Der gesellschaftliche Wandel macht diese neue Wohnform notwendig, gleichzeitig wird der bisherige Wohnraum für junge Familien frei“, sagte Meissner im Sportlerheim. Denn über andere Lösungen für das Thema Baulandschaffung muss sich der Gemeinderat in nächster Zeit erst noch unterhalten, Rahmenbedingungen definieren und vor allem geeignete Gebiete finden.

Bei einem Seminar der Gemeinderäte mit dem Vorstand der Dorferneuerung wurden weitere wichtige Zukunfsthemen identifiziert: Eine Entscheidung über einen möglichen Neubau für das auslastungsmäßig am Limit fahrende Kinderhaus müsse getroffen werden, anzusiedelnde Dienstleister und Kleingewerbe sollen die mageren Gewerbesteuereinnahmen erhöhen. Nicht zuletzt sollen farbige Blumenwiesen statt langweilige Rasenflächen den Ort verschönern. Aufgreifen will die Bürgermeisterin den Vorschlag von Stefan Heitmayr, neben dem Stadel der Jagdgenossenschaft auch eine Unterstellmöglichkeit für Bauhof-Geräte zu schaffen.

von Max-Joseph Kronenbitter

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