Netz wird immer maroder

Wenn die Feuerwehr Rohrbrüche verursacht

Die Rohrbrüche im Wasserleitungsnetz von Kottgeisering nehmen dramatische Ausmaße an: Wenn die Feuerwehr den Hydranten aufdreht, ist ein Leck programmiert.

Kottgeisering – „Wir haben ein massives Problem mit der Wasserversorgung“, stellte Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) im Gemeinderat fest. Allein in der vergangenen Woche waren es drei geplatzte Leitungen – und in dieser Folge überschwemmte Straßen und zahlreiche Haushalte, die bis zu einem Tag kein Wasser hatten.

Dass das Wasserleitungsnetz, das zum Großteil aus alten Faserzementrohren aus den 1960er-Jahren besteht, sanierungsbedürftig ist, ist seit einigen Jahren bekannt. Doch während es in den vergangenen Jahren selten mehr als ein halbes Dutzend Brüche gab, zählt die Bürgermeisterin heuer schon 14.

Der jüngste Vorfall ereignete sich am Freitag in der Villenstraße Süd. Auslöser war vermutlich eine Feuerwehrübung, bei der die Kameraden wieder einmal einen Löschaufbau mit Wasser vornahmen. „Wir haben den Unterflurhydranten extra langsam aufgedreht, weil wir schon wissen, dass rasante Druckveränderungen in dem Leitungsnetz Brüche auslösen können“, sagte Kommandant Christian Bichler. Keine „nassen“ Übungen mehr zu machen, sei aber auch keine Lösung. Zumal das Schlimmste zu befürchten sei, wenn es wirklich einmal brenne und mehrere Feuerwehren große Mengen Löschwasser schnell aus dem Leitungsnetz abzapfen. So will auch Meissner den Brandhelfern ausdrücklich keinen Vorwurf machen: „Die Feuerwehr ist zu Übungen verpflichtet.“

In einer Übersichtskarte sind die geplatzten Leitungen der Vergangenheit mit einzelnen Punkten versehen. Dabei zeigt sich eine Häufung in der Grafrather Straße im Bereich der Kreuzackersiedlung. In einer anfälligen Stichstraße dort soll möglicherweise noch im Herbst die Leitung komplett erneuert werden.

„Große Probleme haben wir auch in der Jesenwanger Straße beim Abzweig zum Griesbründl“, so Meissner. Nach einem normalen Wasserrohrbruch ging wenige Stunden nach der Reparatur auch der Schieber zwei Meter weiter zu Bruch. Das Problem: Leitungspläne stimmen nicht mit der Realität überein, Hausanschlüsse sind defekt.

Sondersitzung in der kommenden Woche

Weil durch Wasserleitungsarbeiten derzeit die Löschwasserversorgung des Sportlerheims nicht sichergestellt ist, hatte die Feuerwehr über mehrere hundert Meter hilfsweise eine Trockenwasserleitung für den Brandfall aufgebaut. Zwar gebe es für das Flicken der Leitung einen Rahmenvertrag mit einem von den Brucker Stadtwerken beauftragten Unternehmer. Weil sich die Brüche aber meist am Wochenende ereignen, fallen teure Notfallmaßnahmen an. Einen genauen Überblick über die Reparaturkosten gibt es noch nicht.

Kurzfristig wollen alle Beteiligten einen Notfallplan erstellen. Im Wasserturm soll ein Fühler installiert werden, der rasante Wasserverluste oder nicht erreichbare Soll-Füllstände automatisch meldet. Über weitere Maßnahmen wollen die Räte in einer Sondersitzung in der kommenden Woche beraten.

von Max-Joseph Kronenbitter

Rubriklistenbild: © dpa

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