Bei der Übergabe der Unterschriften (v.l.): Sabine Seemann und Günter Krenn von der Interessensgruppe mit Bürgermeisterin Sandra Meissner. 

Interessensgruppe sammelt 368 überschriften

Zweites Bürgerbegehren für Kottgeisering

Kottgeisering - Landwirt Friedrich Drexler will einen Discounter auf seinem Grund bei Kottgeisering. Doch die per Bürgerbegehren geforderte Ansiedlung erfährt nun mächtig Gegenwind. Jetzt gibt es ein Begehren dagegen.

368 Unterschriften hatte eine Interessensgruppe um Sabine Seemann, Kathi Söllner und Rita Hirtl in den vergangenen Tagen im Dorf gesammelt. „Damit haben wir mehr als doppelt so viele Unterschriften dagegen, als die Initiatoren dafür gesammelt haben“, so der Sprecher der Initiative, Günther Krenn.

Bürgermeisterin Sandra Meissner zeigte sich bei der gestrigen Übergabe der Unterschriften sehr erfreut über das Engagement der Bürger. „Wenn sich rund 30 Prozent der Wahlberechtigten gegen einen Discounter im Landschaftsschutzgebiet aussprechen, zeigt das, dass eine breite Diskussion im Gang ist und es den Bürgern ein großes Anliegen ist“, so Meissner gegenüber dem Tagblatt.

Die Verwaltung wird die eingereichten Unterschriften im Lauf der Woche prüfen. Weil die Initiatoren ihre Contra-Fragestellung weitgehend an die der Pro-Fragestellung angelehnt und die Formulierung bereits mit dem Landratsamt abgestimmt hatten, besteht an der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens kein großer Zweifel. Schon bei der nächsten Sitzung am kommenden Montag soll der Gemeinderat die Zulässigkeit formal feststellen.

„Uns ist wichtig, dass die Bürger beim Entscheid am 17. Juli spüren, dass es eine bessere Einkaufs-Alternative als den Netto samt riesigem Parkplatz für 77 Autos im schönen Landschaftsschutzgebiet gibt“, sagt Günther Krenn. Die Initiatoren wollen sich über den Entscheid hinaus dafür einsetzen, dass es eine dorftypische Nahversorgung gibt. Beide Entscheide an einem Tag abzuhalten, sei dringend notwendig. Weil nicht ausgeschlossen ist, dass beide Entscheide die Mehrheit erhalten, muss die Verwaltung eine rein formale Stichfrage formulieren.

„Der Gemeinderat soll auch nochmals diskutieren, ob und wie er sich in dieser Frage positioniert“, so Meissner (BV). Vor fast einem Jahr, wo der Discounter an gleicher Stelle schon mal zur Diskussion stand, gab es vorwiegend mit den Stimmen der Bürgervereinigung und der Grünen eine knappe Mehrheit gegen den umstrittenen Standort im Landschaftsschutzgebiet. Vor allem die CSU stimmte damals dafür.

Auch weil Netto die Auslastung des Discounters direkt an der Kreisstraße FFB 5 in erheblichem Maß durch überörtliche Kundschaft decken muss, wurde ein anderer Standort nicht mehr weiter verfolgt.

Meissner, die im letzten Jahr ebenfalls dagegen stimmte, will sich zumindest bis zur nächsten Gemeinderatssitzung nicht positionieren und sieht die öffentliche Nahversorgung nicht als Aufgabe der Gemeinde. „Für die Zukunft hoffe ich, dass wir etwas finden, das für alle passt“, so Meissner salomonisch.

von Max-Joseph Kronenbitter

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