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An den Stationen soll es auch die Möglichkeit zum Car-Sharing mit E-Autos geben.

ÖPNV

Teilnahme am Mobilitätskonzept nur unter Bedingungen

Nicht ohne eine Förderung und nicht ohne eine Station am Grafrather Bahnhof. Das waren die beiden Bedingungen für die Teilnahme Kottgeiserings am Mobilitätskonzept des Landkreises, mit dem sich der Gemeinderat jetzt befasst hat.

Kottgeisering –  Vor der ausführlichen Diskussion stellte Martin Imkeller von der Stabsstelle ÖPNV im Landratsamt das Konzept den Räten vor.

Für Kottgeisering ist demnach direkt am Kriegerdenkmal eine kombinierte Station mit drei bis fünf (konventionellen) Rädern und einem Elektroauto vorgesehen. Während es für die Räder mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bereits einen Betreiber gäbe, sind die Eckdaten beim Carsharing noch völlig offen. „Das Radlkonzept ,MVG-Rad’ könnte im Jahr 2021 ohne vorherige Ausschreibung starten, weil der Landkreis eine kommunale Zweckvereinbarung mit dem MVG hat“, stellt Imkeller fest. Dafür gibt es bereits einen Anforderungskatalog an die Standorte und den Bau der jeweiligen Radstation. Während für die Nutzung des Leihautos eine vorherige Registrierung notwendig sei, könne das Radl spontan über eine App genutzt werden.

Standort am Kriegerdenkmal

Skeptisch waren einige Gemeinderäte bezüglich des Standorts am Kriegerdenkmal, wo sich auch Oskar Ostermeir (CSU) aus ästhetischen Gründen keinen Autoparkplatz vorstellen konnte. Ein räumliches Auseinanderziehen von Rad und Auto, zum Beispiel durch Platzierung des Autos vor dem Rathaus, sah dagegen Imkeller problematisch. „Wir bevorzugen eine Anbindung an der Bushaltestelle, weil wir die Mobilitätsstationen als flexible Ergänzung zu dem schon bestehenden ÖPNV-Netz sehen“, so Imkeller. Anders als in der Münchner Innenstadt müsse die Radl-Rückgabe an einer der Mobilitätsstationen erfolgen, sonst gibt es Strafzahlungen. Im Sinne eines engmaschigen Netzausbaus plädierte Gabi Golling (Grüne) dafür, unbedingt mitzumachen – regte aber die kostenlose Integration in das MVV-Ticketsystem an.

Auch über die Kosten informierte Imkeller die Gemeinderäte: Eine Stele sowie drei Räder samt Ständer erfordern von der Gemeinde eine Investition von 12 500 Euro ohne Tiefbaumaßnahmen. Die Betriebskosten sehen die ÖPNV-Leute bei rund 3500 Euro jährlich – wobei davon noch die Einnahmen aus der Nutzung abzuziehen wären. Zwar seien regelmäßige Pendler nicht die Zielgruppe für die Leihrad-Nutzung, dennoch wollten die Räte eine Radstation auch am Bahnhof Grafrath zur Bedingung ihrer Teilnahme machen. Ein Leihrad zu nehmen, wenn wieder einmal der Bus wegen verspäteter S-Bahnen davongefahren ist, konnten sich alle gut vorstellen.(mjk)

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