Kreis lehnt Seehofers Windkraft-Pläne ab

Fürstenfeldbruck - Entsetzen über Seehofers Windkraft-Vorstoß: Jetzt bekommt er Post von Brucks Kreispolitikern.

Der Ministerpräsident hatte unlängst vorgeschlagen, die Mindestabstandsflächen von Windrädern zur Wohnbebauung drastisch zu erhöhen. Horst Seehofer (CSU) schwebt vor, dass der Abstand zehn mal so groß sein soll, wie ein Windrad hoch ist.

In der Region Bruck allerdings sind Windkraftanlagen nur dann wirtschaftlich betreibbar, wenn sie an die 200 Meter hoch sind, wie der Energiereferent des Kreistags, Max Keil (UBV) sagte. Das hieße, dass der Mindestabstand auf zwei Kilometer wachsen würde.

Keil wandte sich deshalb mit einem Dringlichkeitsantrag an den zuständigen Energieaussschuss des Kreistags - und dieser unterstützte seine Resolution einstimmig. „Wir fordern die Staatsregierung auf, von der Änderung der Windkraft-Abstandsflächen abzusehen“, heißt es darin. Bereits die Diskussion über die Abstandsflächen führe zu Verunsicherung und gefährde damit die Energieziele des Landkreises Fürstenfeldbruck. Außerdem gebe die Debatte Windkraft-Gegnern Auftrieb und gefährde die Akzeptanz von Windkraft-Anlagen. Bereits bei einem ohne Ausnahmen geltenden Mindestabstand von 1000 Metern wäre, so Keil, im dichtbesiedelten Bruck keine einzige Anlage möglich. „Unser einstimmiges Ziel, der Umstieg auf erneuerbare Energien, würde unerreichbar“, schreibt Keil in seiner Begründung.

Er glaubt, dass Seehofers Bedenken wegen einer drohenden Verspargelung der Landschaft auf andere Weise gelöst werden könne - und da sei der Landkreis Bruck mit seinem Flächennutzungsplan, der die Vorrangstandorte für die Windkraft definieren will, auf dem besten Wege. Die interkommunale Zusammenarbeit werde die Bedenken Seehofers zerstreuen können, hofft Keil.

Wie er außerdem berichtete, sei die Flächen-Windkraftplanung kurz vor dem Abschluss. Auch nach dem Ausstieg der Gemeinde Moorenweis will der Kreis die Planung weiter vorantreiben.

Unterdessen laufen im Hintergrund die Planungen für die drei Windräder der Brucker Stadtwerke weiter. Sie sollen zwischen Bruck, Mammendorf und Maisach entstehen. Noch in diesem Jahr soll Baubeginn sein. Das erste große Windrad der Region bei Dachau soll Anfang Juli fertig werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trotz Rekord-Haushalt wird in Maisach konservativ geplant
Wieder ein Rekordhaushalt in Maisach: Der Etat für 2020 hat ein Gesamtvolumen von rund 54,4 Millionen Euro.
Trotz Rekord-Haushalt wird in Maisach konservativ geplant
Rund um den grünen Baum: Bahn frei für Bagger im Bahnhofsquartier
Jahrzehntelang hat es gedauert, fast eine halbe Million Euro hat es gekostet: Jetzt gibt es grünes Licht für die Bebauung der westlichen Gröbenzeller Bahnhofstraße rund …
Rund um den grünen Baum: Bahn frei für Bagger im Bahnhofsquartier
Mietvertrag ist ausgelaufen: Was kommt nach der Tankstelle?
Jahrelang gab es gleich drei Tankstellen entlang der Olchinger- und Augsburger Straße in Gröbenzell. Eine davon, die Esso, ist nun seit Wochen geschlossen.
Mietvertrag ist ausgelaufen: Was kommt nach der Tankstelle?
MVV führt 365-Euro-Ticket ein: Zwei Gruppen profitieren - SPD reagiert mit Kritik
Schüler und Azubis fahren ab Sommer für einen Euro am Tag. Die Gesellschafterversammlung des MVV hat am Freitag einer Finanzierung zugestimmt. Der SPD geht das nicht …
MVV führt 365-Euro-Ticket ein: Zwei Gruppen profitieren - SPD reagiert mit Kritik

Kommentare