+
Und hoch die Hände: Erzabt Wolfgang Öxler animierte Landfrauen und Gäste, von ihren Stühlen aufzustehen. 

Kreisbäuerin verabschiedet sich nach zehn Jahren

Ein bisserl schwer fiel ihr die Rede schon: Gabi Waldleitner verabschiedete sich gestern auf dem Landfrauentag als Kreisbäuerin. Zehn Jahre hatte sie das Amt innegehabt.

Mammendorf – Ihre Rückschau umspannte nicht nur das Erntejahr 2016, sondern die gesamte letzte Dekade. „Bei meinem ersten Landfrauentag als Kreisbäuerin war Erzabt Jeremias Schröder der Festredner, heute ist wieder ein Ottilianer hier, nämlich sein Nachfolger Wolfgang Öxler und so schließt sich heute für mich der Kreis“, sagte Waldleitner, nachdem sie zahlreiche politische Vertreter aus dem Landkreis begrüßt hatte.

Die politische Prominenz und auch Kreisobmann Johann Drexl hatten in ihren Grußworten nicht mit Lob für die Kreisbäuerin gespart. Heute stehe sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge im Mammendorfer Bürgerhaus, sagte Waldleitner. „Einerseits habe ich jetzt mehr Freizeit und ein bisserl weniger Verantwortung zu tragen, andererseits habe ich in diesen zehn Jahren auch viel von euch zurückbekommen und Freunde fürs Leben gefunden.“

Das Motto der diesjährigen Landfrauentage heißt „Landfrauen tragen Verantwortung“. Diese Verantwortung legt Gabi Waldleitner mit der BBV-Vorstandswahl am nächsten Freitag in die Hände ihrer Nachfolgerin. Die bereits im November gewählten Ortsbäuerinnen forderte sie auf: „Unterstützt meine Nachfolgerin und füllt euer Amt mit Leben.“

Die scheidende Kreisbäuerin hielt auch Rückschau auf die Themen, die die Landfrauentage in den vergangenen zehn Jahren beschäftigt haben. „Ich habe nachgeschaut und entdeckt, dass ich viermal über Krisen gesprochen habe: Über die Milchkrise, die Finanzkrise, die Wirtschaftskrise und die Flüchtlingskrise.“ Dabei ginge es den Menschen in Deutschland doch eigentlich gut, so Waldleitner.

Und ein Thema habe es gegeben, dass jedes Jahr wiederkehrte: das Wetter. „Mal war’s zu nass, dann wieder zu trocken, mal zu kalt oder zu warm“, so Waldleitner.

Dass das Leben nicht nur wetterbedingte Überraschungen bereithält, mit denen man bestenfalls konstruktiv umgeht, besprach Festredner Erzabt Wolfgang Öxler mit den Landfrauen. Er nahm gleich zu Beginn seiner Rede Bezug auf einen mittlerweile sehr bekannten Spruch aus dem Bundesumweltministerium und wandelte diesen um in den Reim: „Steht die Ministerin auf einem Bein, kann sie nicht mehr lang Ministerin sein.“ Auf genau diesen Zug waren vor ihm schon die Grußwortredner gesprungen. „Diese Plakataktion von Frau Hendericks stellt die Landwirtschaft herablassend dar, ist ein Schlag gegen die Identität der bäuerlichen Landwirtschaft“, sagte Vize-Landtagspräsident Reinhold Bocklet. Stellvertretender Landrat Thomas Wieser sprach von einer zweifelhaften Aktion. Mammendorfs Bürgermeister Josef Heckl erinnerte an das Landfrauen-Thema Verantwortung und lobte die Bauern, die dazu beitrügen, dass ländliche Räume als lebenswerte Orte erhalten blieben.

Außer Waldleitner wird auch Kreisobmann Johann Drexl am Freitag sein Amt niederlegen. Auch ihm ging die Plakataktion des Umweltministeriums nah: „Ich bin seit 30 Jahren Landwirt und hab’ immer darauf geschaut, es besser zu machen, und ich weiß, dass sich jeder Landwirt genau darum bemüht; wenn es einem unserer Tiere schlecht geht, dann geht es auch uns schlecht.“ Und eines gab er den Landfrauen noch mit auf den Weg: „Es ist schad’, dass ich bei der Königsdisziplin Landfrauentag nicht mehr auf dem Podium mit dabei sein darf. Das reut mich am allermeisten.“

Angi Kiener

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jesus-Figur zerbrochen: War es der Sturm?
Bei Langwied in Moorenweis ist eine Jesus-Figur von einem Kreuz gefallen und zerbrochen. Die Polizei ermittelt.
Jesus-Figur zerbrochen: War es der Sturm?
Riesiger Bovist
Erst beim zweiten Hinsehen erkannte Jörg Lohfink aus Wenigmünchen, welchen Fund er da beim Gassigehen mit seinem Hund gemacht hatte:
Riesiger Bovist
Schnelles Internet für Allings Ortsteile
Schnelles Internet bekommen nun auch die Allinger Ortsteile Biburg, Holzhausen und Wagelsried.
Schnelles Internet für Allings Ortsteile
Dorfweiher vom  Schlamm befreit
 Ganz schön trüb war zuletzt der Löschweiher im Allinger Ortsteil Holzhausen. Sogar die Wasserversorgung aus dem Teich war nicht mehr gewährleistet. 
Dorfweiher vom  Schlamm befreit

Kommentare