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„Advent in Fürstenfeld“ findet doch nicht statt

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In der Dämmerung leuchtet ein Stern auf dem Klostergelände Fürstenfeld in FFB
Auch der „Advent in Fürstenfeld“ ist durch das Verbot der Weihnachtsmärkte in diesem Jahr betroffen. © Ernst Metzner

Fürstenfeldbruck – Keine 24 Stunden nachdem sich der Kultur- und Werkausschuss mit großer Mehrheit dafür aussprach, den Adventsmarkt im Veranstaltungsforum durchzuführen, kam der große Dämpfer: Die Staatsregierung untersagte bayernweit alle Weihnachtsmärkte.

Norbert Leinweber hielt ein leidenschaftliches Plädoyer und appellierte an die Ausschussmitglieder, am „Advent in Fürstenfeld“ festzuhalten. Der Werkleiter betonte, dass es sich um eine überschaubare, kontrollierte Veranstaltung handele, die nach Corona-Bedingungen konzipiert wurde.

So gelte auf dem weiträumigen Gelände prinzipiell die 2G-Regel und die Besucherzahl sei auf 1.000 Gäste beschränkt. Dies würde bei allen drei Einlässen streng kontrolliert werden. Zudem müssten in der Tenne FFP2 Masken getragen werden. Es sei nicht einzusehen, dass große Möbelmärkte mit Glühweinausschank und Essständen im weihnachtlichen Flair werben, Fürstenfeld aber trotz eines detailliert ausgearbeiteten Hygienekonzepts die Segel streichen soll.

Leinweber machte auch auf zu erwartende Verluste des städtischen Eigenbetriebs aufmerksam. „Wenn wir die Veranstaltung freiwillig, also ohne behördliche Anordnung absagen, ist zu befürchten, dass wir Regressansprüchen von 60 vertraglich gebundenen Ausstellern gegenüberstehen.“ Zusätzlich wären „Verluste im fünfstelligen Bereich zu erwarten“, da Vorbereitung und Werbung  bereits anliefen.

Theresa Hannig: „verantwortungslos und geradezu zynisch“

Die von der Verwaltung vorgelegte Beschlussvorlage sah eigentlich aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens eine Absage vor. Doch gegen die Stimmen von Theresa Hannig (Grüne), die es „verantwortungslos und geradezu zynisch“ empfindet, in der augenblicklichen Situation einen Adventsmarkt durchzuführen, „nur um ein schönes Weihnachtsgefühl zu haben“ und Parteikollegin Gina Merkl, sprach sich die überwältigende Mehrheit für den Markt aus.

„Wir können das gesellschaftliche Leben nicht ständig einschränken“ argumentierte etwa Philipp Heimerl (SPD) und Florian Weber (Die Partei) erinnerte an die Versprechen von Bund und Länder, dass „wir unsere Freiheiten zurückbekommen, wenn wir geimpft sind.“ Für Robert Aldini (CSU), Arzt im Brucker Klinikum, ist Covid „die neue Grippe. Wir werden das behalten. Dann könnten wir die nächsten zehn Jahre keine Veranstaltungen mehr durchführen.“ Es sei „auch ein wichtiges Signal, dass wir mit Covid umgehen können“ ergänzte Alexa Zierl (ÖDP), allerdings nur unter der Bedingung 2G-Plus, das heißt geimpft, genesen und getestet.

Dies wäre zwar ein erheblicher Mehraufwand, „ aber wir machen das so, wie die Regierung das vorgibt“, erwiderte Leinweber. 16 Stunden später verkündete Ministerpräsident Markus Söder auf einer Pressekonferenz das Aus für alle Weihnachtsmärkte in Bayern.

Peter Fischer

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