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Buchpatenschaften für ukrainische Kinder

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Hoffen auf viele Bücher für die ukrainischen Kinder: Sören Meyer, Katrin Schmidt und Helen Hoff.
Hoffen auf viele Bücher für die ukrainischen Kinder (von links): Sören Meyer, Katrin Schmidt und Helen Hoff. © Privat

Germering – Als der Germeringer Sören Meyer, selbst Familienvater, auf die Buchhandlung LeseZeichen zukam, weil es ihm eine Herzensangelegenheit war, ukrainische Kinder, die oft nur wenig Spielsachen auf ihrer Flucht mitbringen konnten, mit Büchern von ihrem ungewohnten Alltag abzulenken, waren sich die beiden LeseZeichen-Inhaberinnen Katrin Schmidt und Helen Hoff schnell einig, gemeinsam mit Buchpatenschaften die Kinder zu unterstützen und eine entsprechende Aktion auf die Beine zu stellen.

Aber wie kommen Bücher und Kinder zusammen? Bereits 2015 hatte die Buchhandlung gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl eine ähnliche Aktion gestartet, bei der die Kunden Wörterbücher kaufen konnten, die dann an den Arbeitskreis übergeben wurden.

„Die Situation ist nun schwieriger“, stellten Schmidt und Hoff bei der Vorbereitung schnell fest. Denn ukrainische Wörterbücher sind derzeit nicht auf dem Markt verfügbar, anders als 2015, als es bereits eine große Auswahl an arabischen Wörterbüchern gab und primär (Wörter-)Bücher für Erwachsene gefragt waren.

Aber ukrainische Kinderbücher sind im Moment nicht zu bekommen – doch „Bücher sind eine Brücke, mit ihnen kann man spielerisch die neue Sprache lernen. Es gibt viele Bücher mit wenig Text, die trotzdem spannende Geschichten erzählen oder mit denen man die ersten einfachen Wörter lernen kann. Und Mal- und Bastelbücher funktionieren in allen Sprachen“, sagen die beiden Buchhändlerinnen.

Die Idee hinter der Hilfsaktion

Die Idee: das Team der Buchhandlung wählt geeignete Bücher für die Kinder aus, die Kunden können diese Bücher in der Buchhandlung erwerben. Die Buchhandlung übergibt die Bücher an die Stadt Germering, die diese an die Kinder verteilt.

Damit auch die richtigen Bücher fürs passende Alter ausgewählt werden, wandte sich Schmidt an die Stadt Germering. Martin Rattenberger, Amtsleiter des Amt für Jugend, Familie, Senioren, Soziales und Schulen, war angetan von der Idee, stellte eine anonymisierte Liste zusammen und erklärte sich bereit, die Bücher an die Familien zu übergeben.

Da aber bei der Stadt nur die direkt über die Stadt untergebrachten Kinder registriert sind, könnten mit der Aktion nur diese Kinder beschenkt werden. Das fanden Meyer, Hoff und Schmidt jedoch unbefriedigend. Damit möglichst viele in Germering untergebrachte Kinder von der Aktion profitieren können, können sich Gastgeber, die ihrerseits ukrainische Familien mit Kindern aufgenommen haben, gerne bei der Buchhandlung melden und die Kinder auf die Verteilliste setzen lassen.

Buchhändlerinnen verdoppeln die Menge der gekauften Bücher

Die Germeringer sind nun aufgerufen, ihrerseits in der Buchhandlung die ausgewählten Bücher zu kaufen. Bis zu einem Gesamtwert von 500 Euro werden Hoff und Schmidt die Menge der gekauften Bücher noch einmal verdoppeln. Auf die Frage, was mit den restlichen Büchern passiert, wenn zu viele Bücher durch die Aktion zusammen kommen, lachen die drei Initatioren: kann man denn je zu viele Bücher haben?

Die Aktion läuft ab sofort in der Buchhandlung LeseZeichen.

red

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