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Digitales Azubi-Event soll Schulabgänger an ausbildende Unternehmen vermitteln

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Mit einem »Like« zum Ausbildungsplatz
Dachaus Landrat Stefan Löwl, Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin und Stefan Joachimsthaler, Verbandsvorsitzender des AmperVerbands (von links) schauten in der Lehrwerkstatt des AmperVerbands einem Azubi über die Schulter. © Thiel

Landkreis Fürstenfeldbruck – Mit wenig Aufwand schnell einen geeigneten Ausbildungsplatz finden – das soll Schulabgängern mit der digitalen Ausbildungsveranstaltung #match your future ermöglicht werden. Zudem werden mit dem Event am 21. und 22. Oktober die ausbildenden Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Bewerbern unterstützt. 

„Durch Corona ist es unglaublich schwierig geworden, Messen und Veranstaltungen zur Berufsorientierung in Präsenz abzuhalten“, erläuterte Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin bei der Vorstellung des landkreisübergreifenden Projekts. Deshalb sorge man mit #match your future für ein digitales Aufeinandertreffen von Ausbildern und Azubis, so Karmasin weiter. EDV-technisch unterstützt werden die Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau dabei von Merkur Media.

Aufgebaut ist #match your future wie eine gängige Socialmedia-Plattform. Auf ihr füllen Arbeitgeber, die einen Ausbildungsplatz zu besetzen haben, eine einfach gehaltene Matrix aus. Unabhängig davon geben auch die künftigen Azubis Informationen über ihre Interessen, Stärken und Berufsvorstellungen ein. „Einen entscheidenden Vorteil sehe ich darin, dass hier nicht – wie bei einer klassischen Bewerbung – die Schulnoten im Vordergrund stehen, sondern die Person mit ihren Talenten“, erklärt Markus Neubauer, Regionalmanager Sales Online bei Merkur Media. Auch wer in der Schule nicht mit Bestnoten glänze, werde hier mitunter sehr positiv wahrgenommen.

Erst locker chatten, dann Vertrag abschließen

Anschließend haben sowohl die angehenden Azubis als auch die Personalleiter die Möglichkeit, so genannte „Likes“ zu vergeben, mit denen sie ihr Interesse kundtun. Geben sich der Jugendliche und der Arbeitgeber gegenseitig ein „like“, kommt es zu einem so genannten „match“, was eine gezielte Kontaktaufnahme zur Folge hat. Diese ungezwungene, digitale Form des Kennenlernens entspreche der modernen Lebenswirklichkeit junger Menschen, meint Neubauer. Allerdings soll es nicht beim lockeren Chatten auf dem Sofa bleiben; im Idealfall folgen ein reales Bewerbungsgespräch oder gar ein Ausbildungsvertrag.

Als erstes Unternehmen konnte der AmperVerband mit Sitz in Olching von dieser Azubi-Initiative überzeugt werden. Er ist im Bereich der Wasser- und Abwassertechnik sowohl für den Landkreis Fürstenfeldbruck als auch für Dachau tätig und unterhält eine eigene Lehrwerkstatt, in der junge Menschen beispielsweise zum Mechatroniker oder Elektroniker geschult werden. „Auch in unserem Unternehmen werden immer mehr Bereiche technisiert, so dass der Bedarf an Azubis ständig wächst“, erklärt Thomas Mösl, Geschäftsleiter des AmperVerbandes aus Unternehmersicht. Events wie #match your future könnten durchaus eine Hilfe sein, diese ständig klaffende Lücke zu schließen.

Bis das digitale Event im Oktober stattfinden kann, ist allerdings noch einiges an Vorarbeit zu leisten: Es gilt, möglichst viele Ausbilder zur Teilnahme zu bewegen, die Schulen mit einzubinden und eine positive Mund-zu-Mund-Propaganda in Gang zu setzen.

Jutta Thiel

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