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Galakonzert zum Jubiläum: 110 Jahre Germeringer Blasorchester

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Von: Claudia Becker

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Die Bühne des Orlandosaals war voll besetzt – kein Wunder bei drei Blasorchestern.
Die Bühne des Orlandosaals war voll besetzt – kein Wunder bei drei Blasorchestern. © Claudia Becker

Germering – Auch wenn die drei Germeringer Blasorchester in ihrem Auftreten und den Musikstilen sehr unterschiedlich sind, so verbindet sie doch eines – die Liebe zur Musik.  

Da spielt es auch keine Rolle, ob das Instrument der Wahl eine Posaune, die Klarinette oder die Flöte ist. Es brauchte einen besonderen Grund, damit nun alle drei Orchester gemeinsam auf einer Bühne zu sehen waren: das Jubiläumswochenende unter dem Titel „Die Farben der Blasmusik“. Zusammen feiern die drei Blasorchester nämlich ihr 110-jähriges Jubiläum – wenn auch ein Jahr verspätet.

Standkonzerte in ganz Germering

Gestartet wurde bereits am Freitag mit einem ökumenischen Festgottesdienst. Weiter ging es am Samstag mit diversen Standkonzerten verteilt auf ganz Germering. Manch einer war dabei ganz überrascht, wurde doch vor der Buchhandlung oder beim Metzger plötzlich fröhlich in kleinen Ensembles musiziert. Nicht selbstverständlich bei der Wettervorhersage und dem beinahe beständigen Dauerregen. Der Höhepunkt des Jubiläumswochenendes gipfelte dann in einem gemeinsam Konzert der drei Blasorchester. Rick Peperkamp, seines Zeichens Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters (SBO), betrat dabei als erstes die Bühne. Die Musiker zogen den gut besuchten Orlandosaal auch gleich mit der „Fanfare für das Haus“ in den Bann.

Dirigent Rick Peperkamp ist der musikalische Leiter des Sinfonischen Blasorchesters.
Dirigent Rick Peperkamp ist der musikalische Leiter des Sinfonischen Blasorchesters. © Claudia Becker

Oberbürgermeister Andreas Haas gab in seiner Begrüßungsrede zunächst Entwarnung, er werde seine Klarinette im Kasten lassen und sich lieber zurücklehnen und das Galakonzert als Besucher genießen. Vielleicht, so verrät er es mit einem Schmunzeln auf den Lippen, hole er das Instrument zum 150-jährigen Jubiläum heraus. Eine Ankündigung, die alle drei musikalischen Leiter dazu veranlasst, den Oberbürgermeister zu ihren jeweiligen Proben einzuladen.

Ein bunter (Gala-)Abend

„Musik wird erst in der Gemeinschaft zum Erlebnis“, das betont die Vorsitzende des SBO Kerstin Gottschling kurz bevor Peperkamp mit seinen Musikern zur „Colour Symphony No. 3“ ansetzt. In unterschiedlicher Intensität erklingen die Farben weiß, gelb, blau, rot und grün ganz im Sinne des Mottos „Die Farben der Blasmusik“.

Auch die Stadtkapelle, die klassisch mit schwarzer Hose, weißem Hemd und roter Weste auftritt, nimmt sich ein Beispiel am farbenfrohen Thema des abends. Dirigent Matthias Zippel hat gar sein schönstes Paar rote Lackschuhe zum besonderen Anlass an. So richtig zurücklehnen und die Augen schließen gelingt bei der Umsetzung von „Mont-Blanc“ jedoch nicht immer. Beschreibt der Dirigent doch das Bild eines Berges – mit all seinen Tücken. Da wartet auch ein Gewitter auf das Publikum. „Sind Sie wieder wach?“, fragte Zippel da scherzhaft.

Die Stadtkapelle – unter der Leitung von Matthias  Zippel – feierte ihr 50-jähriges Bestehen.
Die Stadtkapelle – unter der Leitung von Matthias Zippel – feierte ihr 50-jähriges Bestehen. © Claudia Becker

Den „zünftigen“ Abschluss bildete die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr rund um dessen musikalischen Leiter Florian Loch. Ähnlich wie die bayerische Fahne zieht sich quasi ein weiß-blauer – und kein roter – Faden durch die Stückauswahl der Blaskapelle und lässt damit auch einen Hauch von Wiesnstimmung in den Germeringer Orlandosaal einziehen. Loch witzelt darüber, dass die Auswahl in den Proben zu manchen Verwechslungen geführt hat. Wurden doch die Stücke „Weiß-Blau Marsch“ oder „Weiß-Blau – Ländlerpotpourri“ gespielt.

Die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr trat als drittes Orchester beim Galaabend auf.
Die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr trat als drittes Orchester beim Galaabend auf. © Claudia Becker

Nach über zwei Stunden der musikalischen Unterhaltung gipfelte der Galaabend in einem gemeinsamen Auftritt aller drei Orchester. Auch wenn es ein bisschen eng auf der Bühne wurde, so rückten alle Musiker, etwa 140, zusammen und bewiesen hier wieder ihr Können und vor allem, dass man auch über seinen Horizont hinaus musizieren kann. So bildeten die Stücke „The lady is a tramp“, „An der schönen blauen Donau“ und „Die Sonne geht auf“ den feierlichen Schluss des Abends, wenn auch nicht des Jubiläumswochenendes, war doch der Sonntag ganz der Jugend gewidmet.

Sonntag im Zeichen der Jugend

Hier konnten Instrumente gebastelt und auch getestet werden. Zudem spielte das Jugendorchester sowie ein Ensemble an ehemaligen Jugendlichen jeweils kostenlose Konzerte im Forum der Stadthalle. Denn auch der Nachwuchs muss gehegt und gepflegt werden, damit die nächsten Jubiläen wieder zu einem wahren Erfolg werden.

Claudia Becker

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