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Große Kreisstadt stellt Maßnahmenkatalog für Klimaneutralität bis 2035 vor

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Stellten den Maßnahmenkatalog zur Klimaneutralität vor: Thomas Müller (Klimaschutzbeauftragter der Stadt), OB Erich Raff, Valentin Eckmann (Stadtjugendrat) und Alina Reize (Fridays for Future FFB), Regina Arndt und Martin Höckenreiner (Umweltbeiräte)
Stellten den Maßnahmenkatalog zur Klimaneutralität vor (von links): Thomas Müller (Klimaschutzbeauftragter der Stadt), OB Erich Raff, Valentin Eckmann (Stadtjugendrat) und Alina Reize (Fridays for Future FFB). Hinten stehend: Regina Arndt und Martin Höckenreiner (beide Umweltbeirat der Stadt) © Peter Fischer

Fürstenfeldbruck – Einstimmig empfiehlt der Umweltausschuss, die Positionspapiere zum Klimaschutz von Stadtjugendrat und Umweltbeirat sowie des Brucker Ablegers der Friday for Future-Bewegung in die städtischen Klimaschutzaktivitäten zu integrieren. Im Vorfeld der Sitzung luden Vertreter der Gruppierungen mit OB Erich Raff (CSU) zu einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Vor zwei Jahren hat die Stadt das gemeinsam von Stadtjugendrat und Umweltbeirat erstellte Positionspapier zum Thema Klimaschutz erhalten. Im Frühjahr 2020 zog die Brucker Ortsgruppe von Fridays for Future mit einem eigenen Positionspapier nach. Die darin vorgeschlagenen Ideen und Anregungen wurden in einem Arbeitskreis Klima unter der Federführung von Thomas Müller, Klimaschutzbeauftragter der Verwaltung, in ein Strategiepapier eingearbeitet, das den Weg zur Klimaneutralität der Kreisstadt bis 2035 ermöglichen soll.

Über 100 Einzelmaßnahmen

Herausgekommen ist ein Maßnahmenkatalog mit über 100 Einzelmaßnahmen, gegliedert in die Bereiche Energie, Mobilität, Stadtplanung, Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaft. Zudem wurde jeder Punkt hinsichtlich seiner Umsetzbarkeit in kurz-, mittel- oder langfristig kategorisiert, wobei der Fokus zunächst auf kurzfristig umsetzbare Maßnahmen liegt. Hierzu zählt beispielsweise die konsequente Umstellung auf Recyclingpapier, sowohl innerhalb der Verwaltung, als auch bei allen Druckerzeugnissen der Stadt.

Vor allem Städte seien gefordert

Etliche der aufgelisteten Maßnahmen werden zwar bereits verfolgt beziehungsweise kontinuierlich umgesetzt, wie etwa die Förderung der E-Mobilität oder der Radwegeausbau, dennoch, die Zeit drängt. Wolle man das Klimaziel von 1,5 Grad Erderwärmung erreichen, könne „man die Dinge nicht länger vor sich herschieben“, betont Alina Reize von Fridays for Future. Insbesondere die Städte seien gefordert, da diese für 80 Prozent der Treibhausgase und 75 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich sind.

Die Wirtschaft muss mitziehen

Auch Valentin Eckmann drängt „auf eine schnellstmögliche Umsetzung der Maßnahmen. Manches hätte durchaus schneller gehen können“, beklagt der stellvertretende Vorsitzende des Stadtjugendrats. Allerdings müssten auch die Bürger und die Wirtschaft ihren Teil dazu beitragen, erklärt Martin Höckenreiner vom Umweltausschuss. „Die Stadt alleine kann das nicht schaffen.“

„Genug der schönen Worte“

Vertreter aller Gruppierungen betonten die gute und konstruktive Zusammenarbeit während der letzten eineinhalb Jahre und verständigten sich darauf, den Arbeitskreis fortzuführen. Künftig werde man jährlich den Stand der Maßnahmen evaluieren und eine Zwischenbilanz ziehen: Was war vorgesehen, was wurde erreicht und was nicht. Dies sei „enorm wichtig“, erklärt Alexa Zierl (ÖDP), man müsse Druck aufbauen. Es sei „genug der schönen Worte“, man müsse endlich mehr tun, so die Umweltreferentin des Stadtrats.
Peter Fischer

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