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Landwirtschaftsministerin zeichnet drei Nutztierhalter mit Tierwohlpreis aus

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Von: Dieter Metzler

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Sebastian und Michaela Leonbacher freuen sich mit ihren Kindern für die Auszeichnung durch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (links).
Sebastian und Michaela Leonbacher freuen sich mit ihren Kindern für die Auszeichnung durch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (links). © Metzler

Maisach – Für ihre besonders interessanten baulichen Lösungen und Managementmaßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls in ihren Ställen hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am Donnerstag in Maisach auf dem Biohof der Familie Leonbacher in Frauenberg drei landwirtschaftliche Betriebe aus Bayern mit dem Tierwohl-Preis 2022 ausgezeichnet.

Der jeweils mit 3.300 Euro dotierte Preis ging an den Rindermastbetrieb von Sebastian und Michaela Leonbacher im Landkreis Bruck, an den Milchviehbetrieb der Familie Grandl aus Marzling im Landkreis Freising und an den Milchviehbetrieb der Familie Himmelstoß aus Michelsneukirchen im Landkreis Cham. Eine mit Fachleuten und Praktikern aus Forschung, Verwaltung, Tierschutz und Berufsstand besetzte Jury hatte die drei Siegerbetriebe aus 18 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Mit dem Tierwohl-Preis werden seit 2014 konkrete Projekte ausgezeichnet, die bereits erfolgreich auch in die Praxis umgesetzt wurden.

„Sie haben sich ganz bewusst für deutlich mehr Tierwohl in ihrer Tierhaltung entschieden“, lobte Kaniber. „Das ist vorbildhaft, denn Sie greifen gesellschaftliche Erwartungen auf. Gleichzeitig stellen Sie sich den Herausforderungen der Zukunft und erkennen das Entwicklungspotential Ihrer Betriebe. Die Umsetzung Ihrer Ideen gibt anderen ein tolles Beispiel, wie mit baulichen und Managementlösungen das Wohl der Nutztiere in den Ställen nachhaltig verbessert werden kann“, sagte die Ministerin zu den Preisträgern bei der Preisverleihung.

Jurymitglied stellt die drei Sieger vor

Jurymitglied Agrarprofessor Klaus Reiter stellte die drei Sieger mit einem Videobeitrag vor, indem die Familien ihre Entscheidungen begründeten.

Der Betrieb von Leonbacher erhielt die Auszeichnung für die insgesamt sehr artgerechte Haltung der Masttiere. Der Leonbacher Biohof hat günstige Bedingungen im Stall geschaffen, wie zum Beispiel durch Einstreu, viel Platz, einen lichtdurchfluteten Stall und die Möglichkeit des Weidegangs.

„Bayern ohne Bauern“ sei nicht möglich, ging die Ministerin auf die aktuelle Situation der Nutztierhaltung und die bayerischen Ansätze beim Tierwohl ein. „Wir wollen, dass die Ställe der Zukunft in Bayern stehen“, sagte Kaniber. Mit dem Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft (BaySL) unterstützt die Staatsregierung ausgewählte Investitionen und Verbesserungsmaßnahmen für das Tierwohl in kleineren und mittleren Betrieben.

Kaniber fordert rechtliche Bremsklötze schnellstmöglich zu entfernen

Vom Bund fordert Kaniber, dass beim Bau- und Immissionsschutzrecht für Tierwohlställe die rechtlichen Bremsklötze schnellstmöglich entfernt werden, bevor viele Betriebe das Handtuch werfen. Besonders bedauert Kaniber, dass der Bundeslandwirtschaftsminister für den Umbau der Tierhaltung nicht die dazu notwendigen zusätzlichen Gelder bereitstellt. „Der Haushaltsentwurf der Ampel ist in diesen schwierigen Zeiten das falsche Signal an unsere Tierhalter“, so die Agrarministerin.

Nicht zuletzt müssen sich aber auch die Verbraucher an der Ladentheke an den Kosten beteiligen, meint Kaniber. „Lippenbekenntnisse allein genügen nicht.“ Sonst wandert die Tierhaltung mehr und mehr ins Ausland ab, wo Nahrungsmittel tierischer Herkunft billiger produziert werden, ohne Rücksicht auf das Tierwohl.

Dieter Metzler

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