Trafen sich am Windrad (von links): Andreas Henze von der Bürger-Energie-Genossenschaft Freisinger Land, Claus Ehrenberg, der stellvertretende Kreisvorsitzende vom Bund Naturschutz, SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Schrodi, Luisa Deffner vom Plakatier-Team Schrodi, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag Florian von Brunn sowie Hildegard Schöpe-Stein SPD-Ortsvorsitzende Petershausen.
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Trafen sich am Windrad (von links): Andreas Henze von der Bürger-Energie-Genossenschaft Freisinger Land, Claus Ehrenberg, der stellvertretende Kreisvorsitzende vom Bund Naturschutz, SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Schrodi, Luisa Deffner vom Plakatier-Team Schrodi, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag Florian von Brunn sowie Hildegard Schöpe-Stein SPD-Ortsvorsitzende Petershausen.

Picknick am Windrad: Bundestagsabgeordneter Michael Schrodi (SPD) lud ein

Diskussionsrunde am Maisacher Windrad

  • VonDieter Metzler
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Mammendorf – Warum nur Wind und Sonne das Klima retten können, darüber waren sich alle Protagonisten, die auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Schrodi am Maisacher Windrad über den Klimaschutz sprachen, von Beginn an einig. Will man die Pariser Klimaziele erreichen, gelingt das nur, wenn man mehr in Solar- und Windkraft investiert, so Schrodi.

Rund 30 Zuhörer waren am Donnerstagabend erschienen, um sich die Argumente des Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Florian von Brunn, des Diplom-Ingenieurs für Energietechnik, und stellvertretenden Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Claus Ehrenberg, sowie von Andreas Henze, von der Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land, Solarverband Bayern, anzuhören.

„Wenn wir so weitermachen, haben wir die 1,5 Grad-Grenze bereits 2030 erreicht“, meinte von Brunn und forderte, dass die Energiewende in Bayern deutlich schneller vorangehen sollte. Doch die Energiewende werde in Bayern durch die 10-H-Regelung und neuerdings durch die niedrigeren Flughöhen ausgebremst, wirft von Brunn der Staatsregierung vor. „Wir haben eine historische Verantwortung und wir haben das wirtschaftliche Potenzial und die Finanzkraft, dass wir so eine sozial-ökonomische Modernisierung umsetzen können, ja müssen.“ Man stehe einfach in der Verantwortung zu zeigen, wie ein Industriestaat Klimaneutral werden kann. „Bis 2050 klimaneutral zu werden, ist zu spät“, forderte von Brunn, das Klimaziel bis 2040 zu schaffen. „Klimaschutz funktioniert nur mit der Energiewende.“

Schnelles Handeln gefordert

Eine solare Baupflicht forderte Henze von der Energie Genossenschaft aus Freising und verlangte ein schnelleres Handeln. Seit 50 Jahren werde von der Energiewende geredet. Man dürfe nicht warten, bis ein Grenzwert von zwei, drei oder fünf Grad Erwärmung erreicht ist. Nachdem Wasser und Biomasse nicht in nennenswertem Umfang zur Verfügung stehen, könne man nur mit Sonne und Wind in Bayern die Ziele erreichen.

Das von Freising bei Jesenwang geplante Windrad sei letztlich an der 10-H-Regelung sowie der niedrigeren Flughöhe gescheitert, berichtete Henze. Aufgrund des Militärflughafens Lager Lechfeld dürften wegen der neuen Radarmindestführungshöhe (MVA) nur Windräder bis maximal 170 Meter Höhe gebaut werden. Doch ohne eine Anhebung der Höhen könne man dort kein Windrad errichten. Inzwischen seien 16 bis 18 Windräder in Bayern gescheitert, berichtete Schrodi, und zwar nicht an der 10-H-Regelung, sondern letztlich an der MVA. „Wenn wir diese Bremse nicht herausbekommen, dann sind die Klimaziele nicht zu schaffen“, so der Abgeordnete.

Bund Naturschutz spricht sich für den Ausbau der Windenergie aus

Der Bund Naturschutz ist für den Ausbau der Windenergie in ganz Bayern, sagte Ehrenberg. Dass die meisten Windräder in Waldstandorten angesiedelt sind, sei in erster Linie der 10-H-Regelung zu verdanken, meinte Ehrenberg. „Ein paar Meter weiter wäre diese Bedingung nicht mehr zu erfüllen“, meinte er zum Jesenwanger Windrad. Andere Standorte seien im dichtbesiedelten Bayern illusorisch. Für den Brucker Landkreis wäre eine Verzehnfachung der vorhandenen Windräder notwendig, so Ehrenberg. Nach dem Freiflächennutzungsplan hätte es zehn potenzielle Standorte gegeben, die durch die 10-H-regelunzunichte gemacht wurden. Zu Thema Biogasanlagen führte Ehrenberg aus, dass man circa 44 Quadratkilometer Maisfläche benötige, um zehn Windräder zu ersetzen. „Das gibt unser Land nicht her.“ Man werde es erleben, dass die Biogasanlagen weniger werden, auch weil nach 20 Jahren die Vergünstigungen wegfallen. Eine bauseitige Solarpflicht hält der Bund Naturschutz für kritisch. Erfolgversprechender wäre, die Vergütungen zu erhöhen. Freiflächenanlagen hält der Bund Naturschutz für notwendig und sinnvoll. Das große Problem sei die Wärme in den Griff zu bekommen. Im Moment werden nur 16 Prozent regenerativ erzeugt.

Zum Abschluss informierte Werner Zauser, Mammendorfer Gemeinderat und bei Ziel 21, über den Erfolg des Mammendorfer Windrads und verkündete die Planung eines weiteres Windrads im Nordwesten der Gemeinde. Derzeit liege das Vorhaben auf Eis wegen der schwammigen Bestimmungen.

Quelle: Kreisbote

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