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Nach amtlichem Wahl-Endergebnis: Beate Walter-Rosenheimer darf zurück nach Berlin

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Von: Dieter Metzler

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Bundestagsabgeordnete der Grünen, Beate Walter-Rosenheimer, darf zurück nach Berlin
Nach amtlichem Wahl-Endergebnis: Beate Walter-Rosenheimer darf zurück nach Berlin © Dieter Metzler

Germering – Grund zur Freude bei den Grünen-Politikern in Bayern, insbesondere bei den Grünen im Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau: Beate Walter-Rosenheimer hat nun, nachdem das Endergebnis der Bundestagswahlen endgültig feststeht, doch noch den Sprung für eine weitere Legislaturperiode in den Deutschen Bundestag geschafft.

So berichtete Beate Walter-Rosenheimer dem Kreisboten gegenüber nun von drei aufregenden Wochen. Da die 56-jährige Abgeordnete bewusst weiter hinten auf der Landesliste der bayerischen Grünen kandidierte, um dem Nachwuchs eine Chance zu lassen, habe sie das Scheitern zunächst nicht völlig überrascht. „Platz 19 schien mir durchaus noch aussichtsreich“, meinte sie, „auch wenn man natürlich immer mit einem Sinken der Umfragewerte rechnen muss.“

Ein Auf und Ab bereits am Wahlabend

Am Wahltag habe die fünffache Mutter noch mit ihren Töchtern gewettet, dass die Grünen auf 14,8 Prozent (amtl. 14,1 Prozent) kommen und damit gerechnet, dass es für sie nicht mehr reicht. „Das war eine präzise Vorhersage“, meinte die Diplom-Psychologin. „Aber ich war am Wahlabend dann nicht einfach raus, sondern auch wieder drin, auch noch zwei Plätze hinter mir, ein Auf und Ab.“ Erst einen Tag später war dann für Walter-Rosenheimer zunächst einmal klar: „Ich bin raus.“ Auch wenn es nicht ganz unvorbereitet kam, bedauerte sie ihr Ausscheiden und war auch ein wenig traurig. Auch für ihre beiden Kreisverbände Dachau und Fürstenfeldbruck, die sich im Wahlkampf so für sie ins Zeug gelegt hatten.

Alle Verträge bereits gekündigt

„Ach schade, ich hätte gern weiter gemacht und mitgearbeitet in einer Zeit, wo wir Grüne mit regieren.“ Mit diesem Wehmutsgefühl ging es für Walter-Rosenheimer ans Ausräumen der Büros. Zudem gab es vieles Weitere zu regeln. Es mussten Mietverträge für Dienstwohnung, Wahlkreisbüro, Handyvertrag, Zeitungsabos und vieles mehr gekündigt werden.

Fast alle Büro-Mitarbeiter bleiben

Ihren Mitarbeitern musste sie nicht kündigen, da mit Ende einer Legislaturperiode die Verträge automatisch auslaufen. „Mit meinen Büroleiterinnen in Bayern und Berlin hatte ich vereinbart, dass wir neue Verträge machen. Nachdem das hinfällig war, habe ich mich dafür eingesetzt, dass sie von anderen MdBs übernommen werden.“ Nachdem sie nun aber doch wieder in den Bundestag einzieht und ihre Büroleiterinnen noch keine neuen Verträge woanders unterschrieben haben, können sie natürlich bei Walter-Rosenheimer bleiben. „Sie wollen auch bei mir bleiben, was mich sehr freut.“ Lediglich ihr Sachbearbeiter hat bereits einen neuen Vertrag angenommen.

„Eine Woche hohe Spannung“

Die entscheidende Phase schilderte Walter-Rosenheimer dem Kreisboten so: „Und am Freitag vor einer Woche begann dann auf Twitter eine Debatte. In München waren Grüne Zweitstimmen ausgezählt worden, die man übersehen hatte. 86 Stimmen, da mir (beziehungsweise natürlich den bayerischen Grünen) nur knapp drei Stimmen fehlten, deutete sich schon an, dass eventuell das letzte Mandat für uns Grüne, das nach NRW gegangen war, nach Bayern zurückkommt. Das war dann eine Woche hohe Spannung, ein Wahlkrimi. Ich wollte nicht zu früh dran glauben. Erst als der Bundeswahlleiter am vergangenen Freitag nun das amtliche Endergebnis bekannt gab, konnte ich mich richtig freuen. Und mit mir meine Grünen hier.“

Bei Verkündung streikte das Handy

„Als ich am Freitag aufgeregt dem Bundeswahlleiter am Handy lauschte und er gerade da angekommen war, schaltete sich mein Handy „wegen Überhitzung“ für etwa 20 Minuten aus. Ich konnte weder hören, ob ich offiziell „drin war“ noch SMS oder Nachrichten dazu lesen. Ich war also nochmal unglaubliche 20/25 Minuten auf die Folter gespannt“, verrät sie. Für den Kollegen aus NRW tut es ihr leid, dass er nach drei Wochen, sein Mandat wieder abgeben musste. „Gefreut habe ich mich aber, dass er mir geschrieben und gratuliert hat.“

„Achterbahn der Gefühle“

Letztlich aber überwiegt bei Walter-Rosenheimer die Freude, für ihren Wahlkreis weiterhin als Abgeordnete in Berlin sein zu können. „Und jetzt auch noch in einer Regierungs-Koalition. Das wird sehr, sehr spannend. Es war eine „Achterbahn der Gefühle“. Für mich ging sie positiv und erfreulich zu Ende.“
Dieter Metzler

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