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Straffällig gewordene Jugendliche helfen im Fußbergmoos bei der Naturschutzarbeit

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Von: Miriam Kohr

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Straffällig gewordene Jugendliche räumen im Fußbergmoos bei Maisach Schnittholz weg
In einer Gruppe an der frischen Luft etwas sinnvolles für die Natur tun - das ist der Sinn des Ökowochenendes für straffällig gewordene Jugendliche. © J. Stieda

Maisach – Nach monatelanger Pause aufgrund der Corona-Pandemie konnte in diesem Frühjahr wieder ein Öko-Wochenende im Fußbergmoos stattfinden.

Dabei helfen straffällig gewordene Jugendliche an zwei Tagen dem LBV Fürstenfeldbruck bei der Biotoppflege. Draußen in der Natur und für die Natur räumen sie mit Rechen Mähgut ab oder entfernen Schnittholz von den Flächen. Dadurch bleiben die Magerwiesen frei von Büschen und lassen Raum für seltene Arten.

Gemeinschaft, Erfolg und Reflektion

Bei den Landschaftspflegemaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Verein Sprint geht es jedoch nicht nur um die Belange des Naturschutzes. Der gemeinnützige Einsatz im Team vermittelt den Jugendlichen das Erfolgsgefühl, sich gemeinsam für etwas Sinnvolles einzusetzen. Die Tätigkeit draußen soll zudem dazu anregen, sich mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen und in der Gruppe zu reflektieren.

Straffällig gewordene Jugendliche räumen im Fußbergmoos bei Maisach Schnittholz weg
Für die Natur räumen die Jugendliche mit Rechen Mähgut ab oder entfernen Schnittholz von den Flächen. © J. Stieda

Mit Abstand zum Alltag

In der Regel organisieren der Verein Sprint und der LBV Fürstenfeldbruck gemeinsam zweimal im Jahr ein Öko-Wochenende für Jugendliche im Fußbergmoos. Bereits seit 1999 besteht die Kooperation zwischen den beiden regionalen Vereinen. Sie verzahnt Naturschutz mit einem Perspektivwechsel für die jungen Menschen. Mit Abstand zum Alltag sollen sie erleben, wie wichtig und erfüllend es ist, sich für andere einzusetzen. Das leibliche Wohl kommt während des Biotoppflegeeinsatzes nicht zu kurz: Ehrenamtliche des LBV Fürstenfeldbruck versorgen alle Beteiligten mit einer stärkenden Brotzeit. Der nächste „Sprint-Einsatz“ im Moorgebiet bei Maisach ist für den Herbst geplant, wenn die Entbuschungsaktionen auf den LBV-Flächen weitergehen.

Starke Vereine in der Region

Der Verein für Sozialpädagogische Resozialisierungs- und Integrationsangebote, kurz Sprint, besteht seit Juni 1996. Er kümmert sich unter anderem um straffällig gewordene junge Menschen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Auftraggeber sind das Amtsgericht/Jugendgericht sowie das Amt für Jugend und Familie in Fürstenfeldbruck. Jedes Öko-Wochenende findet unter pädagogischer und fachlicher Anleitung statt.

Die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), 1983 gegründet, ist eine der mitgliederstärksten in Bayern. Mit derzeit fast 250 ehrenamtlichen Helfer ist sie zudem eine der aktivsten Organisationen für den Naturschutz im Landkreis. Der Verein pflegt in der Region über 50 Hektar Biotopflächen, um sie als Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.
red

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