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Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 

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Von: Claudia Becker

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Germering – Leichter Nieselregen fällt vom Himmel, dennoch füllt sich der Parkplatz des ehemaligen Edeka-Geländes in der Gabriele-Münter-Straße stetig mit Autos. In ihnen befinden sich aber nicht nur Zweibeiner, denn der Tag soll sich insbesondere um den besten Freund des Menschen drehen, den Hund. Genauer gesagt die Rettungshunde der Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck.

Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
1 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
2 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
3 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
4 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
5 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
6 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
7 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
8 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
9 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
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10 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
11 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker
Rettungshundestaffel Fürstenfeldbruck trainiert auf Edeka-Gelände 
12 / 12Bernadette Reichartz gibt ihrem neun Jahre alten Australian Shepherd Buddy das Zeichen zum Loslaufen. © Claudia Becker

Etwa einmal die Woche treffen sich die Mitglieder der Staffel zu einer gemeinsam Übung. In diesem Fall, Dank der Firma Bock und Söhne, die das Gelände zur Verfügung gestellt hat, auf der Baustelle der einstigen City Galerie. Es gibt zwar spezielle Übungsgelände zum Trainieren wie Henriette Dölker verrät, aber für die Tiere ist es doch immer etwas anderes, auf echten Trümmern zu trainieren. „Wenn hier auch die Verletzungsgefahr deutlich größer ist“, sagt Dölker. So kam es beispielsweise am Tag zuvor zu einer kleinen Schnittwunde an der Pfote.

Obwohl der Sitz der Rettungshundestaffel in Fürstenfeldbruck liegt, stammen die wenigsten Mitglieder – so wie Dölker – aus dem Landkreis. Ganz im Gegenteil, die Ehrenamtlichen nehmen viele zu fahrende Kilometer für ihr Hobby in Kauf. „Wir verfahren sicher 10.000 Kilometer“ im Jahr, erklärt Renate Aufenanger. Denn auch die Übungen finden allerorts statt – von Rosenheim bis Landsberg. Umso erfreulicher, dass sich die Trümmerübung in Germering ergeben hat.

Zu energisch für Trümmerflächen

Die Tiere sitzen nämlich schon ganz aufgeregt in den Kofferräumen und warten darauf, endlich ihr Können zeigen zu können. Vom Profi Buddy über den Neuling Bumblebee ist quasi jede Trainingsstufe vertreten. Dölkers Labrador Smuggle macht bei dieser Übung beispielsweise nicht mit. „Mein Hund ist zu energisch für Trümmerflächen“, erklärt sie. Zum Schutz vor möglichen Verletzungen verzichtet sie daher und überlässt den anderen das Feld. Neben der Trümmersuche werden die Hunde auf die Flächensuche trainiert. Im Ernstfall sollen sie dabei helfen, eine vermisste Person aufzuspüren. Die Nase ist nämlich das wichtigste Werkzeug des Rettungshundes. „Mit der Hilfe von Babypuder überprüfen wir die Windrichtung“, sagt Aufenanger und demonstriert dies zugleich. Dann machen sich die Herrchen und Frauchen auch schon auf und verstecken sich auf dem weitläufigen Gelände in der Nähe der Bahnlinien. Bewegungslose Menschen sind für die Hunde kaum sichtbar, deshalb erschnüffeln sie sie. Anders als beim Mantrailing suchen sie nicht nach einem Individualgeruch, sondern alle Menschen.

Neben der Isomatte – damit der Boden nicht allzu hart ist – sind die Mitglieder der Rettungshundestaffel, die es seit dem Jahr 2013 gibt, gut ausgestattet: Sicherheitsschuhe und feste Arbeitskleidung dürfen eben so wenig fehlen wie ein Helm. Denn auch die Menschen müssen bei jeden Schritt auf der Baustelle aufpassen. Die erste Begehung des Geländes geschieht deshalb auch immer ohne Tier. Umso beeindruckender ist es da, als die Hunde endlich an der Reihe sind – einer nach dem anderen dürfen sie auf die Baustelle und die „Vermissten“ suchen. An sich kann jede Rasse Rettungshund werden, Hauptsache arbeitsfreudig. Im Vordergrund steht zudem die Kommunikation zwischen Mensch und Tier. Ein Handzeichen, ein bestimmtes Wort – und ganz wichtig ist die Belohnung am Ende der Übung, eine positive Verstärkung. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert dann im Schnitt zwei bis drei Jahre.

Von wenigen Monaten über mehrere Jahre Mitgliedschaft ist alles dabei

Das Handzeichen ist gegeben, und die Tiere fetzen los. Innerhalb weniger Minuten sind alle Personen gefunden, da ist die Freude nicht nur auf Seiten der Ausbilder groß – alle im Team freuen sich mit, tauschen sich aber auch gegenseitig aus und geben sich Tipps. Von wenigen Monaten über mehrere Jahre Mitgliedschaft ist alles dabei. Die Menschen sind ebenso bunt wie ihre Tiere, jeder habe so seine Eigenart. „Ich war auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung und kann gleichzeitig etwas Gutes tun“, schildert Reichartz ihre Beweggründe bei der Staffel Mitglied zu werden. Außerdem werde ihr Aussie richtig gefordert.

Aber auch wer aktuell keinen Hund besitzt, kann Teammitglied werden – in Form eines Suchtrupphelfers nämlich. Ihre Arbeit ist ebenso unverzichtbar. Da es sich um ein Ehrenamt handelt, leben die Mitglieder von Spenden. Spenden, die sie sonst bei diversen Weihnachtsaktionen gesammelt haben und nun an allen Ecken und Enden fehlen.

Claudia Becker

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