1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Kreisbote

Wohnungsbaugesellschaft will günstige Wohnungen im Landkreis schaffen

Erstellt:

Von: Andreas Daschner

Kommentare

Die Visualisierung der Wohnungsbaugesellschaft zeigt, wie die Wohnbauten im ländlichen Bereich aussehen könnten.
Die Visualisierung der Wohnungsbaugesellschaft zeigt, wie die Wohnbauten im ländlichen Bereich aussehen könnten. © Grabow Klause Architekten

Landkreis Fürstenfeldbruck – Die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Fürstenfeldbruck will im kommenden Jahr ihr erstes Projekt starten: Auf zwei Grundstücken des Landkreises sollen günstige Wohnungen entstehen. Diese könnten Mitte 2023 bezugsfertig sein.

Die Wohnungsbaugesellschaft hat sich in den kommenden fünf Jahren große Pläne: 15 Projekte könnte man laut Geschäftsführer Robert Maier in dieser Zeit realisieren. Für ein Gesamtvolumen von satten 40 Millionen Euro würden dann etwa 200 bezahlbare Wohnungen für 500 bis 600 Menschen entstehen. „Für ein Start-up wie uns eine anspruchsvolle Zielsetzung“, sagt Maier. Es sei herausfordernd, „aber wir werden das schaffen.“

Auch weitere Projekte seien schon recht konkret geworden, sagt der Geschäftsführer der Gesellschaft. Und zwar im Norden, Westen und in der Mitte des Landkreises. Genauer benennen könne er die Grundstücke aber noch nicht, da die Übertragung an die Wohnungsbaugesellschaft noch nicht abgeschlossen sei. Bei einem Projekt auf Landkreis-Areal soll die notarielle Beurkundung aber bis zum 1. Januar erfolgt sein.

Landkreis bringt vier Grundstücke in die Gesellschaft

Insgesamt wird der Landkreis vier Grundstücke in die Gesellschaft einbringen: eines mit rund 1000, zwei mit 500 bis 600 und ein weiteres mit rund 300 Quadratmeter. Für die beiden mittleren soll ab Januar die Planung erfolgen. Ein halbes Jahr später könnten laut Maier dann die Bagger anrollen. Die Bauzeit werde bei etwa einem Jahr liegen. Läuft alles optimal, könnten die Wohnungen also Mitte 2023 fertig sein.

Zuvor will die Wohnungsbaugesellschaft aber noch die Öffentlichkeit mit ins Boot holen. „Wir wollen frühzeitig in den Dialog mit den Bürgern eintreten“, sagt Franziska Baumann, Büroleiterin der Gesellschaft. Dabei soll sich aber nicht nur auf die im Bebauungsplanverfahren ohnehin vorgeschriebenen Beteiligungsschritte beschränkt werden. „Wir wollen transparent sein“, sagt Baumann.

Etwaige Bedenken von Anwohnern, dass durch die billigen Wohnungen Ghettos entstehen könnten, tritt Maier bereits jetzt entgegen. Insbesondere in den Projekten im ländlichen Bereich lege man den Fokus darauf, Wohnraum für Einheimische zu schaffen. „Wir wollen ein Angebot zum Beispiel für junge Menschen schaffen, die daheim ausziehen, oder für ältere, die sich den Wohnraum dort nicht mehr leisten können, aber in ihrem Heimatort bleiben wollen.“

Aber auch für Erzieher oder Feuerwehrleute soll bezahlbarer Wohnraum entstehen. Für das aktuell am schnellsten realisierbare Projekt auf den beiden Landkreisgrundstücken steht die Zielgruppe ebenfalls schon fest: Bedienstete des Landkreises. Landrat Thomas Karmasin sagt dazu: „Mitarbeiterwohnungen sind mittlerweile des entscheidende Argument bei der Einstellung von Personal.“

Niedrige Preise durch Modulbauweise

Um die Preise niedrig zu halten, hat die Wohnungsbaugesellschaft Planungen erstellen lassen, die sich überall gleich anwenden lassen. Eine Art Modulbauweise, die sich in Grundriss und Höhe beliebig kombinieren lässt. Außerdem setzte die Wohnungsbaugesellschaft auf Nachhaltigkeit: viel Holzbauweise, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und verbrauchsarme Heiz- und Kühlsysteme sind die Mittel der Wahl.

Dass die Wohnungen dadurch unnötig teuer oder unansehnlicher Einheitsbrei werden, glaubt Maier nicht. Man könne auch mit wenig Geld anspruchsvoll und gleichzeitig nachhaltig bauen. „Der geförderte Wohnungsbau unserer Gesellschaft soll architektonisch ein Highlight sein.“

Andreas Daschner

Auch interessant

Kommentare