Drei Aktenordner mit über 2800 Unterschriften für einen Bürgerentscheid zum Kreuzlinger Feld: Achim Pusch (v.l.), Rudolf Kauper und Tina Reitberger übergeben die Listen an OB Andreas Haas. Mit dabei waren von der BI Lebenswertes Germering noch (hinten v.l.) Prof. Volker Grewe, Sabine Rott und Ursula Leis.
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Drei Aktenordner mit über 2800 Unterschriften für einen Bürgerentscheid zum Kreuzlinger Feld: Achim Pusch (v.l.), Rudolf Kauper und Tina Reitberger übergeben die Listen an OB Andreas Haas. Mit dabei waren von der BI Lebenswertes Germering noch (hinten v.l.) Prof. Volker Grewe, Sabine Rott und Ursula Leis.

Germering

Kreuzlinger Feld: Bürger sollen entscheiden

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die Bürgerinitiative (BI) Lebenswertes Germering hat über 2800 Unterschriften für einen Bürgerentscheid gegen die geplante Bebauung des Kreuzlinger Feldes gesammelt. Sie wurden am Donnerstag an OB Andreas Haas übergeben.

Germering – Die BI Lebenswertes Germering kämpft seit Bekanntwerden der Pläne zum Kreuzlinger Feld gegen die aus ihrer Sicht zu massive Bebauung. Im vergangenen November haben BI-Vertreter schon einmal versucht, mit einer Unterschriften-Aktion die Planung zu beeinflussen. Weil dies aber laut BI-Sprecher Rudolf Kauper keinerlei Änderung der Pläne zur Folge hatte, wurde ein Bürgerbegehren gestartet.

Wie Kauper bei der Übergabe der dabei gesammelten Unterschriften vor dem Rathaus an OB Haas sagte, haben in relativ kurzer Zeit trotz Corona-Beschränkungen mehr als 2800 Germering den Antrag auf einen Bürgerentscheid unterstützt.

Rudolf Kauper listete bei der Übergabe der drei Aktenordner mit den Listen an den Rathauschef noch einmal die fünf wichtigsten Forderungen der BI auf. An erster Stelle nannte er die „Anpassung des Maßes einer möglichen Bebauung an die bestehende Umgebung“. Dabei gehe es neben der Höhe der Häuser vor allem im nördlichen Bereich um eine Reduzierung der Gebäudelängen. Kauper: „Häuserriegel mit über 100 Metern Länge widersprechen dem Windgutachten.“

Zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum meinte Kauper, dass das aktuelle Verfahren sehr intransparent sei. Die BI wolle klare Aussagen mit Ergebnissen, die dem Wort „bezahlbar“ gerecht werden.

Auch der Klimawandel spielt in den Forderungen der BI eine Rolle. Bei Bauprojekten wie am Kreuzlinger Feld werde geplant, als ob es den Klimawandel nicht gäbe. Kauper: „Wir wollen echte Zukunftsplanung, nicht durch schöne Worte eine geschönte Planung zum Wohl von Investoren.“

Die Minimierung von zusätzlichem Pkw- und Lkw-Verkehr hat sich die BI auch auf ihre Fahnen geschrieben. Die vorliegende Planung mit Tiefgaragen unter den Gebäuden zeigt Kauper zufolge, dass die Vermeidung von motorisiertem Individualverkehr nicht geplant ist.

Abschließend wiederholte Kauper die immer wieder vorgebrachte Kritik der BI an der Art und Weise der Bürgerbeteiligung. Die sei nicht effektiv gewesen. Es habe weder Workshops noch direkte Gespräche mit den Anwohnern gegeben.

OB Haas wollte zum Bürgerbegehren inhaltlich nicht viel sagen. Er beschränkte sich auf den Hinweis, dass der Stadtrat sich seiner Verantwortung immer bewusst sei und gewissenhaft arbeite. Die Unterschriften würden jetzt formal und inhaltlich geprüft. Der Stadtrat werde dann am 6. Juli im Orlandosaal der Stadthalle über den Bürgerentscheid abstimmen. Wie viele Bürger wegen Corona in der Sitzung anwesend sein können, steht noch nicht fest.

Als Termin für den Entscheid wäre den Bürgern der Tag der Bundestagswahl am 26. September am liebsten. Dann könnte laut Keuper die Abstimmung auf eine möglichst breite Basis gestellt werden. Ob dies möglich ist, liegt aber nicht in der Hand der Stadt, erklärte OB Andreas Haas. Das Innenministerium muss entscheiden, ob gleichzeitig mit der Bundestagswahl noch über einen Bürgerentscheid abgestimmt werden darf.

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