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Gefährliche Wanderung: Jedes Jahr werden zahlreiche Kröten auf dem Weg zu ihren Laichplätzen überfahren.

Die Tiere wandern

Kröten-Alarm: Eichenau sperrt nachts Straßen

Eichenau – Der Frühling kommt und damit auch die Zeit der Krötenwanderungen. Um die Tiere zu schützen, greift die Gemeinde nun durch.

Die Olchinger Straße wird nachts gesperrt – über mehrere Wochen. Bisher begegnete man dem Problem, indem während der Wanderzeit der Kröten spezielle Verkehrsschilder aufgestellt wurden. Zudem durften Autofahrer auf der Olchinger Straße nur mit Tempo 10 unterwegs sein. Dies sei aber nicht mehr ausreichend, teilte der Bund Naturschutz (BN) mit.

Denn nach seiner Ansicht hat der Verkehr im südlichen Bereich der Olchinger Straße zugenommen, insbesondere in den Abendstunden. Die Verwaltung hingegen verweist darauf, dass der Verkehr seit 2009 gleich geblieben ist. Die Naturschützer wandten sich an den Umweltbeirat. Der wiederum beantragte die Sperrung, die nun vom Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde.

Witterungsabhängig und bei Bedarf, also von Mitte März bis etwa Ende April, wird die Olchinger Straße zwischen 19 und 7 Uhr für Autofahrer gesperrt. Die Maßnahme erfolgt in südlicher Richtung ab der Ecke Zweigstraße. Der Föhrenweg, Puchheimer Weg und die Scharwerkstraße sind dann nur über die nördliche Olchinger Straße erreichbar.

Für die Sperrung vom Ihleweg her ist die Stadt Puchheim zuständig. Beide Kommunen arbeiten daher bei den verkehrsrechtlichen Anordnungen zusammen.

Auf die Anbringung eines speziellen Zaunes wird übrigens verzichtet. Für Kröten bietet er zwar Schutz. Doch vom Landratsamt erfolgte der Hinweis, dass Laubfrösche diesen Zaun leicht überwinden können. „Demnach ist ein Zaun zum Schutz nicht ausreichend“, hieß es von Seiten der Kreisbehörde.

Einen allzu großen Eingriff in die persönliche Freiheit der betroffenen Anwohner sieht die Eichenauer Gemeindeverwaltung nicht. Sie gab an, dass es in dem erforderlichen Zeitraum der Sperrung lediglich durchschnittlich 250 Fahrbewegungen in dem betroffenen Bereich gebe.

Die ersten überfahrenen Kröten hat Anke Simon im Bereich der Olchinger Straße bereits eingesammelt. Die Diplom-Forstwirtin hilft, die Tiere einzusammeln. So kann sie feststellen, wie viele Amphibien sich überhaupt auf Wanderschaft begeben haben. „Es sind im Laufe der letzten Jahre weniger geworden“, stellte sie in der Gemeinderatssitzung fest. Damit bestätigte sie auch Beobachtungen der Eichenauer BN-Ortsgruppe und des Umweltbeirats. Die Zahl der aufgesammelten Erdkröten sank seit 2012 von 1500 auf 1000.

von Hans Kürzl

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