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Eine große Abschiedsparty wird am Samstag, 13. Februar, in der Hexe gefeiert. Das Gröbenzeller Kultlokal schließt nämlich auf unbestimmte Zeit.

Neuer Pächter gesucht

Kultlokal "Die Hexe" macht zu

Gröbenzell - Das Gröbenzeller Kultlokal Hexe schließt – fürs Erste. Wann in dem Lokal wieder getrunken, gegessen und  gefeiertwerden kann, ist offen. Jetzt wird ein Pächter gesucht, der den Vorstellungen der bisherigen Betreiber gerecht wird.

Am kommenden Samstag heißt es Abschied nehmen. Michael Schäfer, Betreiber des Speiselokals, lädt an diesem Abend zur großen Abschiedsparty. Ab dem 14. Februar ist die Gaststätte auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Michael Schäfer und sein Bruder Martin sind die Eigentümer der Hexe. Sie haben das geschichtsträchtige Gebäude 2003 erworben und seit 2007 als Wirte betrieben. Als Martin Schäfer 2014 zum Bürgermeister der Gröbenbachgemeinde gewählt wurde, hat er sich aus allen geschäftlichen Angelegenheiten seiner Firmen zurückgezogen, auch aus der Hexe. Diese und die weiteren gemeinsamen Geschäfte hat seitdem Bruder Michael alleine geführt. Da diesem die Arbeit zu viel geworden ist, wird nun ein Pächter für das Lokal gesucht.

Für eine schnelle Wiedereröffnung spricht, dass die Interessenten laut den Eigentümern Schlange stehen. Dagegen sprechen die genauen Vorgaben, die der Pächter zu erfüllen hat. „Jedem werde ich das Lokal nicht überlassen“, betont Michael Schäfer. Grundvoraussetzung sei, dass das bisherige gastronomische Konzept bestehen bleibt, erklärt er.

Die Hexe dürfe nicht zu einem Speiselokal mit Tischdecken verkommen, sondern lebendig wie in den vergangenen Jahrzehnten bleiben: offen für jede Generation, für laute und leise Musik, für Kartenspieler, Partys und Geburtstagsfeiern. Denn für viele Gröbenzeller ist die Hexe wie ein zweites Wohnzimmer. Findet sich dafür niemand, „dann bleibt die Gaststätte geschlossen“, betont Michael Schäfer.

Die Geschichte des Gebäudes reicht weit zurück. Auf Druck der Vereine vor Ort ließ die Brauerei Maisach als Ersatz für die 1901 erstellte Bahnrestauration die Bahnhofswirtschaft 1927 mit einem großen Saal errichten. Einem Saal, „wie er in der weiten Umgebung nicht seinesgleichen findet“, schwärmte der damalige Vorsitzende des Interessenvereins Albert Meyer in der Chronik Gröbenzell von 1931.

Der angebaute Saal, wurde zur ersten Mehrzweckhalle Gröbenzells, erinnerte sich Horst Hell in seinem Heimatbuch. Hier wurden alle größeren Feste gefeiert, hier hielten Vereine Versammlungen ab, hier fand aber auch Turnunterricht statt. Später wurde der Saal als Disco genutzt. Und in der Bahnhofswirtschaft wurden nicht nur Neuigkeiten ausgetauscht gegessen und getrunken, sondern es wurde auch geschossen: der Schützenverein Almrausch hatte hier seine Schießstände, die durch Bretterwände gesicherte Schussbahn ging durch das gesamte Lokal.

Das Wirtshaus beherbergte aber auch das erste Kino im Ort und wurde, als Gröbenzell 1952 zur Gemeinde ernannt wurde, anfangs als Saal für die Ratssitzungen genutzt.

Mitte der 1990er-Jahre drohte der Abriss, doch auf Initiative der Gröbenzellerinnen Lili Kammerl und Karin Klöpper und mit Unterstützung aus der Bevölkerung konnte ein Großteil des Gebäudes erhalten bleiben. Abgerissen wurde lediglich der Saal. Er musste Wohnungen weichen. (sus)

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