Mit Leberkässemmeln und Herz: Hausmeister Peter Rüge war in allen Lebenslagen für seine Schüler am Carl-Spitzweg-Gymnasium da. Foto: vera greif

„Kummerkasten der Schüler“ sagt Servus

Germering - Als er vor 25 Jahren zum ersten Arbeitstag als Hausmeister am Carl-Spitzweg-Gymnasium (CSG) erschien, war er reichlich nervös: Mit Schülern und Lehrern hatte der damals 36-jährige Peter Rüge ja seit der eigenen Schulzeit nichts mehr zu tun gehabt.

Die Ängste waren aber schnell verflogen. Wer Rüge kennt, weiß warum: Der Mann kann mit Kindern und Erwachsenen umgehen, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Jetzt, ein Vierteljahrhundert später, geht der „Kummerkasten der Schüler“, wie er sich nennt, in Ruhestand. Und aus der Nervosität ist Wehmut geworden: „Das Spitzweg war mein Leben. Das ist meine Familie geworden.“

Dass der in Puch lebende Rüge überhaupt Hausmeister geworden ist, hat er einem eher tragischen Umstand zu verdanken. Der gelernte Kfz-Mechaniker konnte nach einem schweren Autounfall seinen Beruf nicht mehr ausüben. Also habe er sich etwas anderes gesucht und sich für die freie Stelle am CSG beworben. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen Hausmeister seien damals wie heute handwerkliche Fähigkeiten gewesen. Und die habe er reichlich. Dass er darüberhinaus auch noch über besondere zwischenmenschliche Fähigkeiten verfügt, hat sein erster Chef schnell gemerkt. Der Gründungsdirektor des CSG, Anton Leitner, war es, unter dem Rüge seine Arbeit aufnahm.

Eine der wichtigsten Tätigkeiten des Hausmeisters war zumindest aus Schülersicht der Pausenverkauf. Gemeinsam mit Ehefrau Christiane sorgte er Tag für Tag für gefüllte Mägen - vor allem die Leberkässemmeln waren der Renner, erzählt Rüge. Für die Schüler sei der Pausenverkauf aber auch immer die beste Gelegenheit gewesen, ihre Sorgen bei ihm los zu werden. Mit der Einführung des G 8 und dem Bau der Mensa hat diese Tradition ein Ende gefunden. Aber noch immer werde er bei Ehemaligentreffen in der Schule auf die berühmten Leberkässemmeln angesprochen, erzählt Rüge.

Ein weiteres sichtbares Markenzeichen des Hausmeisters ist seine Fußballbegeisterung: Der überzeugte Fan des FC Bayern hat nicht nur eine Jahreskarte für die Allianzarena. Schüler und Lehrer beglückt er seit Jahren mit Spielplänen, Ergebnissen und weiteren Nachrichten seines Vereins, die er an seine Bürotür klebte - neben dem Türrahmen gibt ein FCB-Wappen Zeugnis seiner Einstellung. Es war dann also auch kein Wunder, dass ihn die Absolventen bei der jüngsten Abifeier mit einem besonderen Geschenk überraschten: Sie überreichten Rüge, der öffentlich immer gesagt hatte, er werde nie ein Sakko tragen, ein Jacket mit einem großen Bayern-Logo auf dem Rücken. Und Rüge zog das Jacket an - und legte es den ganzen Abend über nicht mehr ab.

Wenn Rüge das vergangene Vierteljahrhundert Revue passieren lässt, dann fällt ihm die nicht abreißen wollende Bautätigkeit am CSG ein. Vier Erweiterungsbauten, die jeweils mehrere Jahre dauerten, haben sein Berufsleben begleitet. Wenn Ehemalige heute die Schule besuchen, dann würden sie sie nicht mehr wiederkennen, erzählt er. Die Schüler hätten sich in dieser Zeit wenig geändert. Außer: „Ein bisserl frecher sind sie geworden.“ kg

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