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Der Emmeringer Künstler Miki Früh

Miki Früh trägt Leinwand nach Emmering

Kunst-Aktion der anderen Art

Puchheim – Das Ende der Halle11 ist besiegelt. Wie berichtet, müssen die Künstler, die sich in der alten Müllsortieranlage an der Josefstraße eingemietet hatten, ihre Ateliers, den Proberaum für die Bands und das Lager des Resistenztheaters räumen.

Der Emmeringer Künstler Miki Früh, Mitglied im Organisationsteam und ehemaliger Ateliermieter der Halle11, hat sich aus diesem Anlass eine Kunst-Aktion der anderen Art ausgedacht: Er trug, „quasi als Sinnbild für verhinderte Kunst“, wie er erklärte, eine zwei mal drei Meter große leere Leinwand von der Halle 11 bis zu seinem Wohnort nach Emmering. „Ich wollte eine möglichst breite Öffentlichkeit mit diesem Happening auf unsere Situation aufmerksam machen“, sagte der 44-Jährige.

Das ist ihm gelungen, denn die Aktion war im Vorfeld genau geplant: „Ich habe den Zeitrahmen so gewählt, dass Berufsverkehr herrscht und bin keine Abkürzungen gegangen, sondern entlang der Hauptstraßen.“ Das hieß für ihn: Es galt gut zehn Kilometer Fußmarsch mit einer geschulterten Leinwand zu bewältigen.

Mitten in Eichenau legte er an einer Bushaltestelle eine Verschnaufspause ein und gönnte sich auch am Gut Roggenstein eine kurze Rast. Dabei erzählte er: „Alle beteiligten Künstler sind mit großem Engagement an das Projekt Halle11 herangegangen – leider wurden uns zunehmend Stolpersteine in den Weg gelegt.“

Als größte Hürde erwies sich letztlich der Brandschutz, obwohl laut Früh keine öffentlichen Veranstaltungen in dem Gebäude geplant waren. Stattdessen war eine Zusammenarbeit mit dem PUC als Veranstaltungsort angestrebt. Ein Ansinnen, dem auch Michael Kaller vom PUC positiv gegenüberstand. Das Projekt freie Kunst scheiterte an den Kosten für die nötige Sanierung. „Aus unserer Sicht ist es Sache des Vermieters oder Eigentümers für eine ordentliche und sichere Unterkunft zu sorgen, die auch dem Brandschutz gerecht wird“, sagte Früh. Denn: „Beim Einzug war keinem von uns klar, dass es Probleme mit dem Brandschutz und entsprechende Auflagen hinsichtlich der Nutzung geben könnte.“

Bilder der Aktion

Kunst-Aktion der anderen Art: Miki Früh trägt Leinwand nach Emmering

Dann schulterte er seine Leinwand und setzte seinen Weg fort. Die leere Leinwand steht jetzt in seinem räumlich beengten Atelier in Emmering. Früh: „Sicher erwartet die zwei mal drei Meter große Fläche bald die nächste Aktion: Mit Pinsel und jeder Menge Farbe, damit die Kunst eines bleibt: farbenfroh und ausdruckstark.“

akk

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