Im Kunsthaus: Die Mitglieder des Vorstands (v.l.) Schriftführer Gerhard Derriks, Beisitzer Roland Helmer, Vize-Vorsitzender Roland Morell, Revisor Josef Klein, Beisitzer Eugen Heilmann, Vorsitzender Manfred Hollenbach und Schatzmeisterin Susanne Götz sehen sich Silikon-Werke an. Foto: Grübl

Fürstenfeldbruck

Kunsthaus: Was in 820 Arbeitsstunden alles entstehen kann

Fürstenfeldbruck – 820 Arbeitsstunden haben die Mitglieder des Fördervereins und der Kulturstiftung Derriks 2015 in das Kunsthaus gesteckt.

 Gut 30 dieser Mitglieder haben sich nun dort getroffen, um das alles Revue passieren zu lassen, neue Projekte zu planen und den neuen Vorstand zu wählen.

Die Anwesenden schienen mit der Arbeit ihrer Vertreter zufrieden gewesen zu sein. Denn unter großem Applaus wurde der bisherige Vorstand mit dem Vorsitzenden Manfred Hollenbach, seinem Stellvertreter Roland Morell und Schriftführer Gerhard Derriks für eine weitere Amtsperiode gewählt. Lediglich Johanna Hoffmann wird ihr Amt als Schatzmeisterin an Susanne Götz übergeben.

Die Frauen und Männer wollen in den kommenden zwei Jahren versuchen, die 300-Mitglieder-Grenze zu knacken und auch die jüngere Generation für Kunst zu begeistern. Manfred Hollenbach gab allerdings zu, dass sich diese Idee schon vergangenes Jahr als „sehr kompliziert“ herausgestellt hat. Er betont aber auch, dass man es 2015 erstmals geschafft habe, in Form der Ausstellung „Menschenskinder – Menschenbilder“, Sonderführungen für Schulklassen anzubieten. Auch die anderen Ausstellungen, wie die Vernissage „Farbmusik“, hätten viele Kunstliebhaber aus dem Landkreis angelockt.

Außerdem freuten sich die Mitglieder über eine Kooperation mit den Stadtwerken. Dabei wurden acht Tage lang die Zeichnungen von Landkreiskindern ausgestellt, die an einem Mal-Wettbewerb teilgenommen hatten. Auch die Text- und Lichtinstallationen von Georg Trend und Detlef Hartlung, die ja schon das Kloster Fürstenfeld beleuchteten, interessierten die Brucker Kunstszene. „Viele Besucher wussten aber noch nicht mal, wo wir genau sind. Deshalb sind wir froh, dass die Beschilderung des Kunsthauses endlich angebracht werden konnte“, erzählte Hollenbach. So finden die Interessierten auch 2016 in die Räume des Kunsthauses in Fürstenfeld, in denen von Juni bis September die Ausstellung „Moor“ und im nächsten Jahr unter anderem eine Karikaturen-Schau im Mittelpunkt steht. Momentan stehen Kunstwerke der Ausstellung „Hundertzwanzig“ auf dem Programm. Die Fotografien, Skulpturen und Gemälde sind in einem Punkt gleich: mindestens eine Seite misst 120 Zentimeter. Die Künstler sind Mitglieder der neuen Münchner Künstlergenossenschaft. Hollenbach sagte, das Haus stelle einen gewissen Anspruch an die Ausstellenden. Das bedeute aber nicht, dass jedem die Kunstwerke gefallen. Sieht man sich momentan in den Räumen um, entdeckt man etwa das Werk „Der Platz“ von Nausikaa Hacker. Das besteht nur aus einer Ascheschicht. Auch ein Leichensack und ein behaartes Herz als Parfum haben ihren Platz gefunden. Das gefalle nicht jedem, so Hollenbach. Aber über solche Kunstwerke würden die Bürger sprechen und jeder interpretiere sie anders. Das sei ja der entscheidende Punkt, der Kunst ausmache. tim Grübl

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