Haydar Isik vermutet, dass man ihm etwas anhängen will. foto: tb

Kurdischer Schriftsteller soll vor Gericht

Maisach - Vor zwei Jahren ist er verhaftet worden und musste zwei Wochen in Stadelheim verbringen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Maisacher Schriftsteller Haydar Isik erhoben.

Dem 71-Jährigen, im türkischen Kurdistan geborenen Deutschen wird von den Staatsanwälten vorgeworfen, Nachfolge-Organisationen der verbotenen kurdischen Untergrundbewegung PKK finanziell unterstützt und Propaganda-Material verbreitet zu haben. Isiks Anwalt spricht dagegen von einem „Wust von Unterstellungen“ und einem „völlig dürren Ergebnis einer mit „Riesenaufwand betriebenen Ermittlung“. Isik selbst vermutet, dass man „mit allen Mitteln versucht, mir etwas anzuhängen“.

In der Tat findet sich trotz der langen Ermittlungsdauer in der sechsseitigen Anklageschrift nichts, was nicht auch schon im – dann vom Gericht aufgehobenen – Haftbefehl aus dem Frühjahr 2007 angeführt wurde. Isik wird vorgeworfen, sich im Jahr 2003 an der Gründung des „Volkskongress Kurdistans“ im Nordirak beteiligt zu haben. Die Gruppierung wurde in Deutschland allerdings erst später als PKK-Nachfolge-Organisation eingestuft und verboten. Ferner wird dem Rentner zur Last gelegt, vor zwei Jahren das kurdische Neujahrsfest Newroz in München mitorganisiert zu haben, das hauptsächlich dem Zweck gedient habe, Gelder für die PKK einzutreiben.

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