Premiere in Bruck

Kuriose Fundstücke vom Nachtflohmarkt

 Fürstenfeldbruck – Am Karfreitag war er abgesagt worden, aber jetzt fand er doch noch statt: Der erste Brucker Nachtflohmarkt im Squash-Palast. Die Verkäufer boten teilweise Kurioses feil. Unter anderem dabei: Erotik-Aktien.

Einige Männer sitzen am Tresen und schauen die Bundesliga. Ihre Frauen gehen auf Schatzsuche. Und Schätze gibt es an diesem Abend im Squash-Palast genug. Egal ob Klamotten, Spielsachen oder Polaroidkameras – Jung und Alt wollen ihren Trödel an den Mann oder die Frau bringen.

Unter ihnen ist der 24-jährige Student Friedrich Jürgens. Er hat unter anderem die originalen Adidas „Liverpool“ Fußballschuhe und ein paar Schildkrötentassen von 1960 mitgebracht. „Heute sind diese Gegenstände in Vergessenheit geraten, aber die sind echt wertvoll“, meint Jürgens. Für ihn ist so ein Nachtflohmarkt ziemlich praktisch. Er habe vormittags einfach keine Zeit und das Ganze am Abend zu machen, sei viel entspannter.

Manche Verkäufer kommen spontan

Friedrich Jürgens und die Schildkrötentasse.

„Wie viel kostet denn die Tasse?“ schallt es vom Nachbartisch. Die 29-jährige Rebecca Wright vom Nebentisch verkauft das allererste Mal auf einem Flohmarkt. Unterstützung bekommt die Bruckerin von der elfjährigen Jannika Sauerwein, der Tochter einer Freundin. Wright hat sich ganz spontan dazu entschieden, auf dem Nachtflohmarkt als Verkäuferin aktiv zu werden. „Man hat abends nicht so viel Stress und es geht hier einfach viel lockerer zu“, erzählt sie, während sie eine alte CD verkauft.

Gerry Claus mit einer Aktie von Beate Uhse.

Die gleiche Meinung hat auch Stefan Perzlmaier. Der 29-jährige Brucker ist mit seiner Freundin in den Squash-Palast gekommen. Ein Trödel-Fan sei er nicht, aber man würde unglaublich viele Besucher kennen und das Ambiente sei ungewöhnlich. Hier könne man ganz unverbindlich mit seinen Freunden ein Bier trinken und gleichzeitig auf Schnäppchenjagd gehen. Auf einem normalen Flohmarkt sei alles viel zu weitläufig und unpersönlich. Beim nächtlichen Trödelmarkt könne man das Verkaufen mit dem Ausgehen gleich verbinden. Perzlmaier hat mit einem Schnaps-Roulette seinen persönlichen Schatz an diesem Abend gefunden.

Wenn man sich die Stände etwas genauer ansieht, fällt eines auf: Fast überall verkauft mindestens eine Frau. Nur Gerry Claus bietet seinen Trödel ohne weibliche Unterstützung an. Unter anderem hat er ein ganz besonderes Stück mitgebracht: Ein Stück, das zwar skurril anmutet, aber mal sehr hoch im Kurs war: Die Aktie des Erotikunternehmens von Beate Uhse. Claus hat früher an der Börse gearbeitet und dort seien gerade diese Aktien „heiß begehrt“ gewesen.

Auf jeden Fall findet Claus, dass der Nachtflohmarkt ein voller Erfolg ist. Und auch die anderen Verkäufer sind sich da einig. Das wiederum freut Gastgeber Florian Weber. Er kündigt schon jetzt an, dass er den Nachtflohmarkt in Zukunft alle sechs bis acht Wochen veranstalten will. Er selber habe sich auch schon umgeschaut. Und auch ein paar Sachen verkauft: Zwei seiner Stammgäste sicherten sich jeweils einen alten Barhocker. (Tim Grübl)

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