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Monika Seeholzer ist täglich gefordert: Florian muss regelmäßig inhalieren. Damit seine Atemwege frei bleiben, müssen diese regelmäßig abgesaugt werden.

Germeringer Familie verzweifelt

Kurzzeitpflege für behinderten Sohn scheitert an Gesetzeslücke

Germering – Florian ist seit seiner Geburt schwer mehrfachbehindert. Die Eltern brauchen eine Pflegehilfe. Die sollen sie selbst bezahlen.

Florian ist 15 und braucht intensive Betreuung und medizinische Versorgung rund um die Uhr. Das bringt die Familie Monika und Andreas Seeholzer an die Grenze der Belastbarkeit. Auch die zwölfjährige Tochter Marie muss wegen der Behinderung ihres Bruders in vielem, was ein normales Familienleben ausmacht, zurückstecken. Am heutigen Donnerstag ab 17.30 Uhr berichtet das Bayerische Fernsehen in der Abendschau über Florian.

Der Hintergrund: Es fehlt eine gesetzliche Regelung einer Kostenübernahme für einen Kurzzeitpflegeplatz. „Es geht mir nicht nur um unser und Florians Schicksal, ich will das öffentlich machen, um auch anderen Familien, die in einer vergleichbaren Situation sind, damit zu helfen“, betont Monika Seeholzer. Zwar gibt es eine Einrichtung für Kurzzeitwohnen, sprich eine spezielle Pflegeeinrichtung des Vereins „Helfende Hände“, doch würde Florian dort zeitweise untergebracht, müsste die Familie pro Tag 1000 Euro für die medizinische Fachpflege und Rundumbetreuung zahlen.

Das Wohnen in der Einrichtung wird bezahlt, das Fachpersonal nicht. Zuhause werden die Kosten durch die Pflegeversicherung übernommen – Florian wird rund 60 Stunden in der Woche durch einen Kinderkrankenpflegedienst betreut.

„Anfangs versuchte ich, alles alleine zu machen, aber ich merkte nach ein paar Jahren, dass ich das alles nicht schaffe, auch wenn mein Mann mich unterstützte“, sagt die 40-jährige Mutter. Seit drei Jahren kämpft sie um eine Kostenübernahme in Sachen Kurzzeitpflege, bisher vergeblich.

Sie machte auch die CSU-Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt auf den Fall aufmerksam. Die Politikerin besuchte die Einrichtung und schickte einen Brief an Gesundheitsminister Hermann Gröhe. Auch das blieb bislang ergebnislos.

Ein normales Familienleben haben die Seeholzers eigentlich nie kennengelernt, jeder Tag muss penibel durchstrukturiert sein: „Ich bin trotz der Unterstützung des Pflegedienstes rund um die Uhr in Hab Acht-Stellung“, erzählt Monika Seeholzer.

Florian ist Epileptiker, hat fast täglich einen Anfall, hatte mehrere Lungenentzündungen. Er kann nicht ungestützt oder ungesichert alleine sitzen, nicht alleine essen, nicht sprechen. Er muss gewindelt werden, er benötigt Sauerstoff, die Atemwege müssen regelmäßig abgesaugt werden. Damit sein Bewegungsapparat gestützt wird, muss er ein Korsett tragen.

„Gemeinsame Unternehmungen sind eine Mammutaufgabe, spontane Familienausflüge sind sowieso unmöglich“, sagt die Mama. Wenn ihr Florian hin und wieder einen Kurzzeitpflegeplatz bezahlt bekäme, dann könnte die Familie einmal befreit durchschnaufen, einen normalen Alltag erleben. „Außerdem müssen wir auch an die Zukunft denken, denn was ist, wenn mir etwas passiert, wenn ich all das nicht mehr leisten kann?“ Sie hofft für ihre und andere Familien, dass diese Gesetzeslücke bald geschlossen wird. Die Klage liegt beim Sozialgericht, doch: „Wir wurden bisher nicht einmal angehört.“

von Angi Kiener

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