Mit der „Markus-Passion“ wagt sich die Maisacher Blaskapelle auf neues Terrain – sie wurde erst einmal gespielt.  

Modernes Werk wurde erst einmal aufgeführt

Laienblasorchester geht neue Wege

Musikalisches Neuland betritt die Blaskapelle Maisach heuer mit zwei Passionskonzerten. In Gernlinden und in Fürstenfeldbruck spielt das Orchester die „Markus-Passion“ des Niederländers Jacob de Haan – ein modernes Werk, das bisher erst ein einziges Mal aufgeführt wurde.

MaisachEs ist ein ambitioniertes Projekt, an dem die Blaskapelle unter der Leitung von Franz Kellerer seit Dezember arbeitet. In seiner Funktion als stellvertretender Landesdirigent des Bayerischen Blasmusikverbandes hatte der 49-Jährige von dem Werk erfahren. Es handelt sich um eine Auftragskomposition, die im vergangenen Jahr vom Polizeiorchester Bayern uraufgeführt wurde.

„Ich fand das sehr interessant und habe mir die Aufnahme des Konzerts besorgt.“ Was er hörte, überzeugte ihn auf Anhieb. „Eine sehr angenehme Musik mit moderner Klangfarbe“, beschreibt Kellerer. Manches darin klingt klassisch, anderes erinnert fast an ein Musical. Auf jeden Fall ist das Stück eine willkommene Herausforderung für die Blaskapelle. „Im weitesten Sinne ist es Bühnenmusik – etwas, was wir noch nie gemacht haben.“

An die Noten heranzukommen, war nicht so einfach, denn sie sind noch gar nicht verlegt. Schließlich erhielt Kellerer das Material vom Polizeiorchester und die Aufführungsgenehmigung vom Komponisten selbst. „Wir sind das erste Laienblasorchester, das dieses Werk spielt“, sagt der Dirigent stolz.

Neben der rund 50-köpfigen Blaskapelle wirken zwei Solo-Stimmen mit: die Mezzo-Sopranistin Anette Noah als Maria Magdalena und der Bariton Simon Schnorr als Jesus. Er sang diesen Part bereits in der Uraufführung und war laut Kellerer „ganz begeistert“ über die Anfrage aus Maisach. So macht der in Hamburg lebende Münchner im Landkreis Station, bevor er zum nächsten Engagement nach Mailand weiterreist. Außerdem gehört ein sprechender Evangelist zur Besetzung. Diesen Part übernimmt Bayern-2-Moderatorin Angelika Nörr.

Als Einstieg in das Passionskonzert spielt die Blaskapelle ein weiteres Stück von Jacob de Haan, „Choral Music“ auf der Grundlage einer Choralmelodie des 17. Jahrhunderts. Den Abschluss bildet eine Adaption von Johann Sebastian Bachs „Herzlich mich tut verlangen“.

Die beiden architektonisch ähnlichen Gotteshäuser in Gernlinden und Bruck wurden bewusst als Aufführungsorte gewählt. „Wir wollen die moderne Musik in einem modernen Kirchenraum präsentieren“, sagt Kellerer. Er hofft, dass neben dem Stammpublikum auch neue Zuschauer kommen werden. „Es gibt ja ein bestimmtes Klientel, das Interesse an Passionsmusik hat.“

Zwei Konzerte

Die Blaskapelle Maisach spielt die „Markus-Passion“ am Donnerstag, 30. März, ab 20 Uhr in St. Bernhard in Fürstenfeldbruck und am Sonntag, 2. April, ab 16 Uhr in der Kirche Bruder Konrad in Gernlinden. Erwachsene zahlen zwölf Euro, für Kinder und Jugendliche ist der Eintritt frei. Karten im Vorverkauf gibt es bei Schreibwaren Auer in Maisach sowie in den Sparkassen-Filialen in Maisach, Gernlinden und Bruck (Hauptstraße und Rothschwaiger Straße). (os)

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