+
Sie wollen’s machen und den Präsidenten stürzen: Andreas Conrad (l.) und Markus Ließ.

SC Fürstenfeldbruck: Der große Streit beim Fußball-Landesligisten ist offen entbrannt

Der Sturz des Präsidenten ist ihr großes Ziel

Fürstenfeldbruck - Die Katze ist aus dem Sack: Andreas Conrad Präsident will beim SC Fürstenfeldbruck werden. Der einstige Bayernliga-Eisenfuß Markus Ließ tritt als Vize an.

Garniert wurde die Kandidatur mit harscher Kritik an Amtsinhaber Jakob Ettner. Der hat bereits angekündigt, seinen Stuhl nicht freiwillig zu räumen. Wann die Kampfabstimmung stattfinden wird, steht aber immer noch nicht fest. Laut Satzung muss die Jahreshauptversammlung zwar im ersten Quartal eines Jahres abgehalten werden. Bislang hat Ettner aber keine Anstalten gemacht, Einladungen zu verschicken. Bei einer Ladungsfrist von vier Wochen wird es selbst für einen Termin im Mai knapp. „Wenn sich in acht bis 14 Tagen nichts tut, werden wir uns ans Amtsgericht wenden“, kündigt Conrad an.

Welche Mitarbeiter-Truppe der Getränkemarkt-Inhaber und Ließ im Hintergrund zusammengestellt haben, darüber schweigen sie sich aus. Nur soviel: Es handle sich um ehemalige Funktionäre, die zumindest kommissarisch zur Verfügung stünden. Mit Frank Demmer oder Hannes Mühlbauer hatten sich zuletzt zwei frühere Vizepräsidenten zumindest auffällig in die Opposition zu Ettner begeben. Als Beisitzer sei zudem ein Stadtrat im Gespräch, „der auch schon früher bei Jahreshauptversammlungen des SCF war“, so Conrad.

Eigentlich, so Conrad, habe er zuerst die aktuelle Landesliga-Mannschaft über die neue Entwicklung auf Funktionärsebene informieren wollen. „Aber viele Spieler haben Angst vor Konsequenzen, wenn sie mit uns gesehen werden.“ Ettner übe viel Druck aus und schüchtere die Mannschaft ein. „Wir berfürchten, dass er Spieler oder Trainer rauswirft.“ Conrad war bis zum Sommer 2015 noch Vize, ehe er sich mit Ettner überwarf. Die Streithähne zeigten sich in der Folge sogar gegenseitig bei der Polizei an. Die Strafermittlungen gegen Conrad wegen Urkundenfälschung und Betrug verliefen jedoch im Sande. Zu seinen zivilrechtlichen Klagen gegen Ettner wegen übler Nachrede („Das habe ich getan, um mich zu schützen“) gibt es laut Conrad noch kein Ergebnis. Exakt jenes Gebahren mit gegenseitigen Anzeigen und jeder Menge Streit wollen Conrad und Ließ beim SC Fürstenfeldbruck nicht mehr sehen. Ließ, der selbst lange Jahre für den SCF in besseren Bayernliga-Zeiten aktiv war und aktuell in der Alten Liga kickt, sagt: „Wir brauchen wieder ein Miteinander und ein Wir-Gefühl im Verein.“ Das fehlt laut Conrad derzeit völlig, was sich auch auf die ehrenamtliche Arbeit beim SCF auswirke. „Es gibt nur noch wenige, die sich engagieren, die meisten wollen inzwischen bezahlt werden.“ Ihn wundere das nicht, denn: „Wer will noch was machen, wenn er Angst haben muss, dass er zwei Wochen später angezeigt wird?“ Vereinsleben gebe es beim einst ruhmreichen SCF praktisch keines mehr. „Wir haben vier Abteilungen und jede wurschtelt für sich vor sich hin.“

Andreas Daschner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

100 000 Euro Schaden nach Küchenbrand in Puchheim
Auf dem Herd vergessenes Essen hat am Samstag ein Feuer in einer Puchheimer Wohnung ausgelöst. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck ermittelt.
100 000 Euro Schaden nach Küchenbrand in Puchheim
Sozialer Wohnungsbau neben alter Molkerei
 Der soziale Wohnungsbau in Mammendorf nimmt konkretere Gestalt an. Nachdem die Gemeinde zunächst mit einigen Partnern geliebäugelt hat, wie Bürgermeister Josef Heckl …
Sozialer Wohnungsbau neben alter Molkerei
Beim Kinderhaus-Anbau läuft alles nach Plan – sogar das Wetter
Eigentlich war der Rohbau für die Erweiterung des Kinderhauses in Jesenwang schon Ende letzten Jahres fertig. Doch Bürgermeister Erwin Fraunhofer verlegte das Richtfest …
Beim Kinderhaus-Anbau läuft alles nach Plan – sogar das Wetter
Grafrath hat jetzt offiziell Freunde in Frankreich
Grafrath und das französische Lyons-la-Foret sind jetzt offiziell Partnergemeinden. Beim Neujahresempfang des Bürgermeisters von Lyons-la Foret, Thierry Plouvier, haben …
Grafrath hat jetzt offiziell Freunde in Frankreich

Kommentare