Stelle soll kommendes Jahr besetzt werden

Brucker Landkreis bekommt einen Tourismus-Manager

Landkreis – Für die Region Fürstenfeldbruck wird eine Vollzeitstelle für einen Tourismus-Manager geschaffen. Im Kreistag waren nicht alle dafür. 

„Fachleute sehen Potenzial. Das kann aber nur ausgeschöpft werden, wenn sich jemand darum kümmert“, sagte Landrat Thomas Karmasin. Klaus Wollenberg (FDP) begrüßte die Idee prinzipiell, forderte aber mit Erfolg eine genauere Aufgabenbeschreibung für die Stelle. Wollenberg will verhindern, dass der Manager beispielsweise damit beauftragt wird, den Wirtschafts-Empfang mit „dem xten Clown oder Magier“ zu organisieren. Außerdem verlangte Wollenberg, den Fokus auch auf Tagungsgäste (Puc, Fürstenfeld) zu legen.

Rudi Keckeis (FW) nahm Bezug auf die Rathauschefs, die in ihrer Runde zuvor die Stelle eines Tourismusbeauftragen für Fürstenfeldbruck ebenfalls begrüßt hatten. „Ich widerspreche der geballten Kompetenz der Bürgermeister nur ungern. Aber die Personalausgaben wachsen ständig.“ Der Kreisrat aus Moorenweis beklagte die Inflation an neuen Stellen im Landratsamt und schlug vor, stattdessen lieber ein „paar hundert Meter mehr Radwege zu bauen“. Landrat Karmasin konterte: Für das Gehalt des Tourismus-Managers bekomme man nicht viele Radwege.

Nicht nur Vorhandenes vernetzen, auch neue Projekte starten 

Insgesamt freilich bestätigte Karmasin die massive Stellenmehrung im Landratsamt. Viele Jahre habe man das Niveau eher zu drücken versucht, nun seien binnen kurzem 60 neue Leute eingestellt worden. Wenn die Bürgermeister ihm eine neue Stelle geradezu aufdrängten, dann sage er aber sicher nicht Nein.

Petra Weber (SPD) forderte, dass der neue Manager eher Projekte anstoßen solle statt nur Vorhandenes zu vernetzen. Sie träumt von einer Jugendherberge im Kreis. Ihr Fraktionskollege Norbert J. Seidl, Bürgermeister zu Puchheim, hob zu einem wahren Loblied über die Vorzüge des Landkreises an – vom Kloster Fürstenfeld bis zum traumhaften Alpenblick vom Germansberg aus

Um die Idee vernünftig umzusetzen, brauche es aber nicht nur einen Mananger, sondern auch einen Häuptling – und das sei der Landrat. „Man braucht Emotionen.“ Karmasin hoffte in diesem Zusammenhang, einen guten Manager zu finden und nahm zudem die in öffentlichen Sitzungen selten verwendete Du-Anrede gebrauchend Bezug auf Seidls Landkreis-Hymne: „Wenn du kein wohlbestallter Bürgermeister wärst, hätte ich ich dir den Tourismus-Job angeboten.“

Gegen die neue Stelle stimmten am Ende nur Keckeis und dessen FW-Fraktionskollege Gottfried Obermair. Fürs nächste Jahr sind im Moment um die 30 000 Euro eingeplant. Das reicht, weil die Stelle ja erst im Lauf des Jahres besetzt wird. Sie ist auch Teil der Wirtschaftsförderung.

von Thomas Steinhardt

Rubriklistenbild: © tb

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