Wenn Städte und Kommunen die Bürger einladen

Für wen gibt’s Freibier am Volksfest?

Wenn’s ans Feiern geht, ziehen Städte und Gemeinden die Spendierhosen an. Alte, Junge, Vereine, Familien – sie alle sollen etwas davon haben, wenn ein Volksfest stattfindet. Wer sich worüber freuen darf, ist von Ort zu Ort unterschiedlich.

Landkreis – Eines haben die Volksfeste in Bruck, Olching, Puchheim, Maisach und Mammendorf immerhin gemeinsam: den Senioren-Nachmittag, an dem ältere Mitbürger zu Hendl und Bier eingeladen werden. Doch ab wann ist man Senior? Generell gilt, je kleiner der Ort, desto jünger darf man sein. In Mammendorf werden bereits die 62-Jährigen zu den Senioren gezählt, selbst wenn sie noch berufstätig sind. In Olching liegt die Untergrenze bei 65, in Puchheim bei 67, in Bruck gar bei 75 Jahren.

Gratis-Hendl für rund 2000 Senioren

Trotzdem steigt die Zahl derer, für die das Angebot gilt, von Jahr zu Jahr. 2016 wurden in der Kreisstadt 3900 Senioren angeschrieben, heuer waren es 4130. „Die Stadt wird größer und älter“, sagt Andreas Habersetzer, im Brucker Rathaus unter anderem für Volksfeste zuständig. Erfahrungsgemäß nimmt etwa die Hälfte der Senioren die Einladung an – bei Kosten von etwa 15 Euro pro Person kein Pappenstiel für die Stadtkasse.

Altersgrenze heraufgesetzt

In Maisach hat man deshalb die Altersgrenze vor einigen Jahren von 65 auf 70 hochgesetzt. Mammendorf dagegen will so lange wie möglich an seiner vergleichsweise niedrigen Altersgrenze festhalten. Das betont der zuständige Referent und dritte Bürgermeister Manfred Heimerl. Und in die Einladung werden auch diejenigen etwa 100 Senioren einbezogen, die zu gebrechlich sind, um das Volksfest zu besuchen. Sie bekommen ihr Hendl und Bier nach Hause geliefert. „Das klappt dank vieler freiwilliger Helfer.“

Vereine, die sich am Volksfest-Einzug beteiligen, werden meist ebenfalls mit Speis und Trank belohnt. In Mammendorf erhalten außerdem Kinder, die beim Einzug mitmarschieren, eine Gratis-Karrussellfahrt ihrer Wahl. „Das ist schon seit 37 Jahren so – seit es unser Volksfest gibt“, erklärt Heimerl.

Mitmarschieren – selber zahlen

In Puchheim dagegen müssen die Vereinsmitglieder ihre Getränke selbst bezahlen. „Die Vereine bekommen von uns nur eine kleine, fast schon lächerliche Entschädigung von jeweils 50 Euro“, berichtet Kämmerer Harald Heitmeir. Denn Freibier soll nicht der Grund sein, sich an der Traditionsveranstaltung zu beteiligen. „Wir wollen, dass die Vereine sich mit dem Volksfest identifizieren.“

Mit der Aktion „5x55x5“ wandte sich Puchheim heuer erstmals an sozial Schwächere. Jeweils 55 Personen aus fünf Gruppen – darunter Tafelkunden, Obdachlose, Bewohner der Planie und Flüchtlinge – wurde ein Fünf-Euro-Gutschein angeboten. Etwa zwei Drittel der Angesprochenen machte davon Gebrauch. „Mit der Resonanz waren wir zufrieden“, so Heitmeir.

Fahrchips für Familien waren Ladenhüter

Ganz andere Erfahrungen hat man in Olching gemacht. Dort wurden vor einigen Jahren sozial Schwachen sowie Familien mit drei oder mehr Kindern gratis Fahrchips, Essens- und Getränkegutscheine angeboten. Doch die Nachfrage erwies sich als sehr gering bis nicht existent. „Im ersten Jahr meldete sich eine Familie, im zweiten Jahr gar keine“, so Rathaus-Sprecherin Julia Henderichs. „Darum haben wir das wieder gelassen.“

Kinder- und Familientage mit generell verbilligten Preisen für Fahrgeschäfte sind dagegen oft fester Bestandteil der Volksfeste. Das Angebot geht allerdings von den Schaustellern aus und nicht von den Verwaltungen der Kommunen. Olching lässt sich an diesem Tag zusätzlich von der Sparkasse eine Kindersprechstunde beim Bürgermeister sponsern. „Da gibt es Essen und Trinken und die Kinder können den Bürgermeister alles fragen, was sie schon immer mal wissen wollten“, erzählt Henderichs.

Freibier für die Bulldog-Freunde

In Mammendorf findet außerdem ein Behördentag statt, an dem die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft ihre Mitarbeiter aufs Fest einladen. Und schließlich gibt es seit 14 Jahren ein Bulldog-Treffen, bei dem die Gemeinde jeden Teilnehmer zu einer Maß Bier einlädt. „Das ist eine gute Tradition“, betont Manfred Heimerl. „Das freut die Leute.“

Von Ulrike Osman

Rubriklistenbild: © Weber

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