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Klärschlamm-Projekt ist gestorben

Landkreis - Jahrelange Planungen, intensive Gespräche: alles Essig. Die Idee, den Klärschlamm des Amperverbands in der Müllverbrennungsanlage in Geiselbullach zu verbrennen, ist gestorben.

Der Amperverband erzeugt bei der Reinigung des Abwassers tausender Bürger aus der Region Klärschlamm in großen Mengen. Dieser wurde früher als Dünger auf Feldern ausgebracht, was in der Form und in dem Umfang nicht mehr möglich ist.

Deshalb wird der Schlamm zur Verbrennung durch die halbe Republik hin zu geeigneten Anlagen im Osten gekarrt – ein Unding eigentlich. So entstand beim Amperverband die Idee, den Schlamm gleich nebenan verbrennen zu lassen: Denn die Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GfA) und der Amperverband sind unmittelbare Nachbarn im Olchinger Stadtteil Geiselbullach.

Es folgten diverse Prüfungen, Überlegungen und einige Hürden wegen der EU-Ausschreibungspflicht. Im vergangenen Jahr schien der Umbau der Müllverbrennungsanlage in trockenen Tüchern. Doch nun die Wende: Eine auf den Weg gebrachte Gesetzesrichtlinie soll die Produzenten von Klärschlamm – also auch den Amperverband – dazu verpflichten, vor jeder weiteren Verwendung des Schlamms das Phosphor herauszuholen. Grund: Phosphor ist ein äußerst wertvoller, aber immer knapper werdender Rohstoff.

Das heißt konkret: Der Amperverband muss eine Anlage installieren, in der der Rohstoff gefiltert wird, was aber die Trocknung des Schlamms voraussetzt. Und für die GfA ist, auch wenn es kurios klingt, derart getrockneter Schlamm nicht mehr interessant, wie Frederik Röder vom Amperverband erklärt. Denn in der Verbrennungsanlage wäre feuchter Schlamm auch deshalb willkommen gewesen, um die riesige Hitze in den Öfen durch den trockenen Hausmüll nicht noch weiter steigen zu lassen. So aber käme der Schlamm praktisch wie ein zerbröselter Ziegelstein in der GfA an – unmöglich.

Für den Amperverband bedeutet die neue Richtlinie, die bis 2016 in Kraft treten soll, höchstwahrscheinlich den Bau einer neuen Anlage. Das sei weniger problematisch als es klingt, sagt Frederik Röder. Denn Platz genug ist. Das Problem ist eher, dass es solche Phosphor-Filter-Anlagen in wirtschaftlich betreibbarer Form noch nicht gibt. Man wird also abwarten müssen. Kleinere Abwasserentsorger könnten die Phosphor-Gewinnung eventuell über Zwischenhändler abhandeln, sagt Frederik Röder. Der Amperverband sei für diese Lösung aber zu groß.

Jahrelange Debatten – und jetzt ist alles gestorben. Ist das nicht bitter? Frederik Röder, auch Bürgermeister in Alling, bemüht sich, den positiven Aspekt zu sehen: Man stelle sich vor, der Ausbau wäre vor Bekanntwerden der Richtlinie gemacht worden. Sowohl GfA als Amperverband hätten dann Unsummen in den Sand gesetzt. Das Thema Klärschlamm-Verbrennung war übrigens eines der wenigen konkret scheinenden Projekte beim Umbau der GfA zum Energieerzeuger (siehe dazu auch Kasten).

st

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