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Das neueste Unser-Land-Produkt: Junglandwirt Sebastian Staffler (24) aus Galgen präsentiert den regional erzeugten Biozucker. Den gibt es nun in den Regalen der Supermärkte zu kaufen.

Regionale Rüben

Brucker Zucker versüßt Angebot von Unser Land

Landkreis – Unser Land erweitert die regionale Produktpalette im Landkreis. Drei Jahre haben die Mitarbeiter an dem Angebot getüftelt. Nun stehen die ersten Packerl Brucker-Land-Zucker in den Regalen der Supermärkte. Bis dahin mussten viele Hürden genommen werden.

Schon der Anbau im Landkreis stellte die Verantwortlichen vor Herausforderungen. Zuerst mussten Bio-Landwirte gefunden werden, deren Böden sich für den anspruchsvollen Anbau von Zuckerrüben eignen. Im Kreis wagten bisher lediglich zwei Landwirte diesen Schritt. Doch die wurden mit einer reichen Ernte belohnt. „2014 war ein Ausnahmejahr in Sachen Zuckerrüben-Anbau“, erzählt einer von ihnen, Junglandwirt und Brucker-Land-Mitarbeiter Sebastian Staffler (24) aus Galgen in der Gemeinde Maisach.

Seine Eltern Jakob und Irmgard Staffler und ein weiterer Betrieb in Aufkirchen zogen auf knapp fünf Hektar Zuckerrüben. Das Ergebnis: 50 Tonnen Zucker, gewonnen aus rund 300 Tonnen heimischen Rüben. Staffler meint: „Das reicht locker bis zur nächsten Ernte und für 2015 ist geplant, noch mehr Landwirte mit geeigneten Böden vom Zuckerrübenanbau zu überzeugen.“

Dann ging es an die Verarbeitung – ein steiniger Weg. „Klar war, dass wir ein Bio-Zuckerwerk dafür brauchen“, sagt Pressesprecherin Marianne Wagner. Doch: Wegen internationaler Handelsabkommen und der neuen europäischen Zuckermarktordnung muss die Produktion einzelner Verarbeiter und Landwirte streng kontingentiert werden. Die Folge: Viele kleine Zuckerwerke in Bayern und Deutschland mussten ihre Schotten dicht machen, der Anbau wurde weiter zentralisiert. „Wir mussten feststellen, dass es hierzulande aktuell nur noch vier große Verarbeitungsunternehmen gibt – Biozucker verarbeitet sogar nur ein Werk in Deutschland. Und das ist 650 Kilometer von Oberbayern entfernt“, berichtet Pressesprecherin Wagner. Sie bedauert: „Gerade unsere Nachfragen in Sachen Zuckerverarbeitung führte uns wieder einmal vor Augen, dass viele regionale Strukturen schon verloren gegangen sind.“

Also mussten die Verantwortlichen von Unser Land nach Alternativen suchen. Schließlich wurde man in der Schweiz fündig: In Frauenfeld, 30 Kilometer südöstlich von Konstanz, liegt das nächste Bio-Zuckerwerk. Von Fürstenfeldbruck aus sind das immerhin nur 250 Kilometer Entfernung. Und nun wird der Zucker nicht nur im Packerl angeboten. Auch weitere regionale Erzeugnisse werden mit dem regionalen Süßstoff verfeinert. Schließlich lautet ein Grundsatz von Brucker Land: „Weil wir wissen, wo’s herkommt“.

(Angi Kiener)

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