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Bei Wikipedia sind viele Altbürgermeister immer noch Rathauschefs.

Internet ist nicht up to date

Bei Wikipedia immer noch Rathauschef

Landkreis - Wer oder was ist eigentlich? Längst hat es sich eingebürgert, bei Fragen dieser Art einfach im Online-Lexikon Wikipedia nachzuschlagen. Wer wissen will, wie der Bürgermeister eines Ortes heißt, sollte dabei allerdings Vorsicht walten lassen. Die Abfrage bei Wikipedia ist zwar auch in diesem Fall bequem und schnell – aber nicht immer richtig.

Zum Beispiel Oberschweinbach: Dort steht noch immer Bernhard Schulze als Rathauschef, dabei hat ihn Norbert Riepl bereits im Frühjahr abgelöst. Auf den Seiten von Hattenhofen und Jesenwang werden mit Mathias Ettenberger und Hans Wieser ebenfalls die verabschiedeten Gemeinde-Oberhäupter als Amtsinhaber aufgeführt. Von Franz Robeller und Erwin Fraunhofer keine Rede.

Nach 30 Jahren immer noch Chef

In Kottgeisering hat nach 30 Jahren Bürgermeister Josef Drexler wohl keiner mehr damit gerechnet, dass es überhaupt jemals wieder einen neuen Rathaus-Chef geben könnte. Dabei hat hier Sandra Meissner längst den Chefsessel im Rathaus inne.

Gemeinde pflegt nur ihre Homepage

Fragt man die Verwaltungen der Kommunen, wie es zu diesem Lapsus kommen kann, winken sie ab. Um private Internet-Seiten – und dazu zähle Wikipedia nun einmal, kümmere man sich nicht. „Wir pflegen unsere eigene Homepage und schauen, dass die Seiten unserer Mitgliedsgemeinden aktuell bleiben“, sagt beispielsweise Robert Kaiser, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf. Schließlich sei das Prinzip von Wikipedia, dass jeder sein Wissen einbringen kann. Und in einigen Gemeinden machen das die Bürger offenbar reger, als in anderen. Auf der Seite von Maisach beispielsweise sind die Einträge topaktuell. „Das ist tatsächlich die Eigeninitiative unserer Bürger“, sagt Amtsleiter Peter Eberlein. In der Gemeinde sei keiner dafür zuständig.

Rathauschef überrascht

Auch Hans Wieser ist ganz überrascht, dass er – zumindest laut Wikipedia – immer noch Jesenwangs Bürgermeister ist. Der Ex-Gemeindechef rät aber grundsätzlich zur Vorsicht mit Wikipedia. „Wenn sich was ändert, wird’s problematisch, bis die Einträge auf dem neuesten Stand sind.“

"Alles muss richtig sein."

Mittelstettens Neu-Bürgermeister Andreas Spörl hat die Sache selbst in die Hand genommen. „Ich finde das schon wichtig, dass da alles richtig ist.“ Als registrierter Nutzer der Plattform hinterließ er einen Kommentar, die Mitarbeiter der Enzyklopädie aktualisierten den Eintrag. Spörl ist ganz allgemein internet-affin: „Da kommt heute keiner mehr drum rum.“ Überarbeitet werden sollten im übrigen auch die Wikipedia-Seiten von Adelshofen, Alling, Egenhofen und Eichenau. Dort sind Sitzverteilung im Gemeinderat beziehungsweise die Steuereinnahmen nicht mehr auf dem neuesten Stand. Teilweise sind die Zahlen aus dem Jahr 1999. (Andreas Daschner)

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