Wiener eines Biburger Hofes sollen mit Listerien befallen sein.

Landratsamt warnt vor Verzehr von Wienern und Kochschinken

Listerien-Warnung bei Hofmetzgerei: Das sagt die Chefin

München - Gesundheitsschädliche Bakterien in den Waren eines in der Region sehr angesehenen Selbstvermarkters: Diese Nachricht schlug am Mittwochabend ein wie eine Bombe. Die Betreiber des Hofladens sind selbst schockiert von den Listerien in ihrer Wurst – und wollen jetzt alles tun, um das Problem zu lösen.

Der Laden der Familie Braumiller in Biburg bleibt bis auf weiteres geschlossen. Kunden, die am vergangen Wochenende Würstl oder Schinken im Laden gekauft haben, werden aufgefordert, sie sie wegzuwerfen oder zurück zu geben.

Als Christine Braumiller über den Listerein-Befall informiert wurde, war ihr erster Gedanke: „Das kann doch nicht wahr sein“, wie sie dem Tagblatt erzählte. Im Rahmen des hofeigenen Qualitätsmanagements waren Proben genommen worden, die tatsächlich die gesundheitsgefährlichen Erreger enthielten.

Bei gesunden Erwachsenen können sie eine Infektion mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Muskelschmerzen oder Erbrechen oder Durchfall verursachen. Für Risikogruppen wie ältere und immungeschwächte Personen sowie Säuglinge und Schwangere stellen Listerien dagegen ein besonderes Risiko dar. Die Bakterien können sich auch bei niedrigen Temperaturen, etwa im Kühlschrank, vermehren. Listerien in Waren der Firma Sieber aus Geretsried hatten erst unlängst für einen Skandal gesorgt.

Die Braumillers informierten sofort das Landratsamt, das noch am Mittwochabend „im Rahmen des vorbeugenden Verbraucherschutzes“ vor dem Verzehr der Speisen warnte. Die Kreisbehörde untersagte der Familie, verzehrfertige Wurstwaren in den Verkauf zu bringen. Dieses Verbot solle bestehen bleiben, bis die Ursache für die Listerien-Belastung gefunden und beseitigt ist. Wirklich betroffen sind laut Landratsamt 45 Kilogramm Wiener Würstchen und 15 Kilo Schinken. Die Produkte seien ausschließlich vom Hof an den Kunden gekommen, einen Zwischenhandel gab es nicht.

Christine Braumiller rät ihren Kunden, die Waren aus Vorsichtsgründen nicht zu essen. Selbstverständlich werde der Hofladen die Kosten erstatten. Bis auf weiteres bleibt der gesamte Laden geschlossen, erklärte Braumiller.

Externe Fachleute sollen jetzt alles unter die Lupe nehmen. „Wir wollen das für immer beheben“, sagt die 46-Jährige, die ihre Kunden selbst informiert hat. „Wir sind ein kleiner Betrieb, schauen immer alles durch und legen großen Wert auf die Frische der Waren. „Für uns ist das unfassbar.“ Möglicherweise könnte Kondenswasser aus einem Kühlaggregat die Ursache für den Listerienvorfall sein, mutmaßte die Bäuerin am Donnerstag Vormittag. Das sei aber alles unklar.

Im Landratsamt begrüßt man die Maßnahmen, die die Familie nun ergreifen will und lobt deren Bereitschaft zur Kooperation. In all dem Unerfreulichen für Christine Braumiller erfreulich: Viele Kunden hätten spontan versprochen, dem Laden die Treue zu halten – was übrigens auch im Internet-Netzwerk Facebook beim Tagblatt deutlich wurde.

Hier erhielten die User mit Abstand den meisten Zuspruch, die den Hofladen auch künftig wieder besuchen wollen. „Ich glaube, bei dem treuen und großen Kundenstamm sollte das ganze kein Problem sein. Fehler können passieren und die Frage ist: wie wird damit umgegangen“, schrieb etwa ein Internetnutzer. „Besser als eine aktive Kommunikation seitens der Metzgerei kann doch gar nicht sein.“

Ein anderer Internetnutzer verwies darauf, dass man ja nicht alles roh essen müsse. In der Tat: Durch Kochen, Braten, Sterilisieren oder Pasteurisieren werden die Bakterien sicher abgetötet.

Thomas Steinhardt

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