Angelika Gerum verstarb mit 63 Jahren.

Nachruf

Trauer um Angelika Gerum: Eine tapfere und lebenslustige Frau ist tot

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Das schönste Leben auf der Welt habe sie gehabt, sagte Angelika Gerum kurz nach einer schlimmen Diagnose. Es war ein Leben, das sie in vollen Zügen genossen hatte.

Landsberied –  Schwierigkeiten und Herausforderungen begegnete sie mit Gelassenheit und Humor. Die zweifache Mutter aus Landsberied war kein Mensch, der mit dem Schicksal haderte – nicht einmal, als klar wurde, dass sie ihre Lieben viel zu früh würde verlassen müssen.

Geboren in Inning und aufgewachsen in Grafrath, machte Angelika Dischl – wie sie damals noch hieß – nach der Schule eine Friseurlehre in Bruck. Anschließend arbeitete sie vier Jahre im elterlichen Salon, den sie später übernahm. Eine Woche vor ihrem 22. Geburtstag bestand sie die Meisterprüfung.

Wolfgang, ihre große Liebe, hatte sie da schon längst gefunden. Als die beiden sich das Ja-Wort gaben – an einem besonderen Datum, dem 7.9.79 – blickten sie bereits auf eine sechsjährige Beziehung zurück. Als frisch verheiratete Frau kam Angelika Gerum nach Landsberied und wurde Teil der Großfamilie ihres Mannes.

Trauer um Angelika Gerum: Ihr Humor bleibt in Erinnerung

Der Ortswechsel sei der damals 24-Jährigen leichtgefallen, erinnert sich Wolfgang Gerum. Sie fühlte sich in der Dorfgemeinschaft rundum wohl und begann, sich auf vielfältige Weise zu engagieren, spielte Theater in der Laienspielgruppe des Männergesang- und Schützenvereins, führte anschließend etliche Jahre Regie. Genauso gern saß sie bei anderen Theatergruppen der Region im Publikum oder fuhr in die Kleine Komödie nach München. In jungen Jahren spielte sie Fußball und später Tennis, ging zum Kegeln und sang gern in geselliger Runde. Im Mittelpunkt stand jedoch stets ihre Familie.

Die Tätigkeit in ihrem Friseurbetrieb in Grafrath gab sie auf, als 1981 Sohn Florian das Licht der Welt erblickte. Vier Jahre später kam Tochter Severine dazu. Sie trat in die Fußstapfen ihrer Mutter und leitet heute den Salon in dritter Generation. Als ihr Sohn 18 und ihre Tochter 14 Jahre alt war, begann die Friseurmeisterin wieder zu arbeiten. Sie wurde Verkäuferin in Modegeschäften und arbeitete unter anderem in der Trachtengalerie Mammendorf. Dort schloss sie Freundschaften, die über das Berufliche hinausgingen. Mit einigen ehemaligen Kolleginnen bildete sie eine Wandergruppe, die am liebsten in Tirol unterwegs war und daher den Namen „Brixlegg-Damen“ trug.

Was allen, die die Verstorbene gekannt haben, im Gedächtnis bleiben wird, dürfte ihr Humor sein, der sie selbst in dunkelsten Stunden nicht verließ. „Humor statt Tumor“, hieß bis zuletzt ihr Motto. Ein Satz, bei dem man zugleich lachen und schlucken muss. Eineinhalb Jahre kämpfte die starke Frau gegen den Krebs, unterstützt von ihrer Familie, zu der inzwischen vier Enkelkinder hinzugekommen waren. Angelika Gerum wurde 63 Jahre alt. 

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