Bekommt eine neue Biergarten-Terrasse: der Dorfwirt.

Haushalt verabschiedet

Dorfwirt-Sanierung: Landsberied geht ans Ersparte

Die Dorfwirt-Sanierung macht sich im Landsberieder Haushalt für 2017 bemerkbar: Die Sonderrücklage für die dorfeigene Gastwirtschaft wird komplett aufgebraucht.

Landsberied – Im Zuge des Pächterwechsels kamen einige Rechnungen zusammen. So wurde die gesamte Küche ausgetauscht, der mit Abstand größte Posten. Außerdem werden Elektro-Leitungen und die Holzterrasse des Biergartens erneuert. Im Haushalt sind deswegen 250.000 Euro für Sanierungsarbeiten eingestellt, sagte der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft (VG), Robert Furtmeier. Bürgermeisterin Andrea Schweitzer (FW/Einigkeit) geht aber davon aus, dass die Viertelmillion ausreicht. „Das Gebäude wird nicht jünger“, betonte Schweitzer. Man müsse sich darauf einstellen, dass der Unterhalt des Dorfwirts künftig mehr Geld verbraucht.

Eine Folge der Baumaßnahmen: Die Gemeinde hat die Sonderrücklage in Höhe von 195.000 Euro, die in guten Jahren aus den Überschüssen der Gastwirtschaft gebildet wurde, vollkommen dem Haushalt zugeführt. „Diese Geschichte hat unsere Sonderrücklage aufgefressen, die ist jetzt weg“, sagte Schweitzer. Es wird einige Jahre dauern, bis man wieder eine Sonderrücklage aufbauen kann, sagte Furtmeier auf Rückfrage von Vize-Bürgermeister Hubert Ficker (CSU/WDG).

Ansonsten werden viele Projekte angepackt, die Finanzlage gebe es her, sagte Schweitzer. Finanzreferent Johannes Trischberger (CSU/WDG) erwartet, dass fast alles heuer durchgezogen wird: „Die Planung ist sehr realistisch. Bis auf das Projekt Sickerbecken, das eine Wundertüte ist, kann man erwarten, dass alles realisiert wird.“

Die Bürgermeisterin und Trischberger mahnten für die Folgejahre aber an, dass sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten müssten. „Wir stehen nicht schlecht da, aber wir leben von der Substanz“, sagte Schweitzer. Trischberger verwies auf fehlendes Tafelsilber in Form von Grundstücken. In diesem Bereich hatte die Gemeinde in den vergangenen Jahren gute Erlöse durch Verkäufe erzielt.

Als weitere große Posten sind der Erwerb von Grundstücken (355.000 Euro), das seit Jahren geplante neue Sickerbecken (230.000 Euro) und die Sanierung der Brucker Straße vorgesehen. Letzteres wird samt Einbau eines neuen Regenwasserkanals rund 350.000 Euro kosten. „Wir hoffen, dass diese Summe ausreicht“, sagte Kämmerer Furtmeier dazu. Der Haushalt wurde einstimmig verabschiedet.

Der Etat in Zahlen:

Das Gesamtvolumen des Haushaltes beträgt 3,97 Millionen Euro, die sich auf den Verwaltungshaushalt (2,47 Millionen) und den Vermögenshaushalt (1,50 Millionen) verteilen. Die höchsten Ausgaben neben Dorfwirt und Straßenausbau sind die Kreis- und die VG-Umlage mit 735.000 beziehungsweise 209.000 Euro. Ebenfalls ein großer Ausgabeposten ist das gemeindeeigene Kinderhaus, für das die Gemeinde knapp 550.000 Euro zahlt.

Die höchsten Einnahmen generiert Landsberied aus der Einkommenssteuerbeteiligung (1,14 Millionen) und der Gewerbesteuer mit 320.000 Euro. Aus der Rücklage werden heuer 727.000 Euro entnommen. Damit hat die Gemeinde am Jahresende voraussichtlich 1,64 Millionen Euro auf der hohen Kante. Der Schuldenstand bleibt wie seit mehreren Jahren bei Null.

von Fabian Dilger

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