Unterstützung im Bürokratie-Dschungel: Rosi (l.) und Andy Förg vermitteln Anna Lang einen Helfer. Sie braucht jemanden, der mit ihr ein Formular ausfüllt. Foto: Dilger

Bilanz der Nachbarschaftshilfe Landsberied

Ehrenamtlicher Fahrdienst kommt gut an

Seit einem Jahr gibt es in Landsberied eine Nachbarschaftshilfe. Die Bilanz der Helfer sieht positiv aus. Die älteren Landsberieder schätzen vor allem den Fahrdienst.

Landsberied Vor rund einem Jahr fiel auf der Bürgerversammlung im Dorfwirt der Startschuss: Offiziell verkündete damals Kirchenpfleger Lorenz Paintner, dass die Nachbarschaftshilfe ihre Arbeit aufnimmt. Painter, der die Idee von Bürgermeisterin Andrea Schweitzer (FW/Einigkeit) ins Laufen gebracht hatte, ist bisher zufrieden.

„Gut, dass es sowas gibt“ – das würden die meisten Bürger über die Nachbarschaftshilfe sagen, erzählt Paintner. „Wir sind jetzt 21 Personen, damit kommt man ganz gut hin.“ Die Helfer, die kostenlos arbeiten, setzen sich hauptsächlich aus fitten Rentnern und Teilzeitbeschäftigten zusammen. Die Hauptarbeit erledigen die Eheleute Rosi und Andy Förg. Bei ihnen rufen die Bürger an, wenn sie Hilfe brauchen. Über 50 Mal haben die Förgs schon geholfen.

Der Ablauf sieht so aus: Wenn sich jemand bei Rosi und Andy Förg meldet, suchen die beiden einen Helfer, der Zeit hat und die Leistung übernehmen kann. Dann erklären sie ihm den Auftrag.

80 Prozent der Hilfeleistungen seien Fahrdienste, sagt Paintner. Unterstützung wünschen sich vor allem ältere Bürger, die selbst nicht mehr von A nach B fahren können oder möchten. Die Helfer fahren sie mit dem Auto zum Arzt, zur Apotheke, zum Einkaufen und zur Bank – auch über die Grenzen Landsberieds hinaus nach Bruck, in die Buchenau oder nach Schöngeising.

„Wir haben nicht den Eindruck, dass uns jemand ausnutzt“, sagt Paintner. Manche Kunden rufen regelmäßig an, andere brauchen nur ab und zu Unterstützung. „Einige kommen im 14-Tage-Rhythmus, andere sporadisch.“ Anna Lang brauchte zum Beispiel Hilfe beim Ausfüllen eines Formulars. Die Förgs haben ihr dazu einen Helfer vermittelt, der die Papiere mit ihr zusammen durchgeht.

Die Nachbarschaftshilfe will sich mit ihrem Angebot bewusst „nach oben und unten“ abgrenzen, sagt Paintner. Leichtere Arbeiten wie den Garten vertikutieren oder Hausaufgabenhilfe in der Asylbewerber-Einrichtung lehnen sie ab. Von Anfang an haben die Helfer auch betont, dass sie keine medizinische Hilfe oder Betreuung übernehmen können.

Paintner freut, dass die Nachbarschaftshilfe sich schon eine „gewisse Akzeptanz“ in der Gemeinde erarbeitet habe. Das sehe man daran, dass der Erlös aus verschiedenen Veranstaltungen an die Helfer gespendet wurde. Wenn es weiter so läuft, könne man schon bald die Versicherungsbeiträge, die nötig sind, selbst übernehmen. Bisher zahlt noch die Gemeinde, die zusammen mit der Kirchenstiftung die Trägerin ist, die Kosten von rund 600 Euro im Jahr.

Die Nachbarschaftshelfer können noch mehr Menschen unterstützen, glaubt Paintner. Dafür müssten manche aber noch die Scheu davor verlieren, bei den Förgs anzurufen. Doch das brauche wohl einfach Zeit. (fd)

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