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Sie waren damals bei der Gründung dabei: (v.l.) Anni Hörger, Hubert Ficker senior, Ilonka Koppenwallner, Anni Alferthofer, Sofie Oberbacher und Hubert Ficker junior.

Feier zum 25-jährigen Bestehen 

Einst belächelter Seniorenkreis ist ein Erfolgsmodell

Als der Seniorenkreis Landsberied vor 25 Jahren gegründet wurde, hatte er zwar die Unterstützung des Gemeinderats, wurde aber doch eher belächelt. Diese Zeiten sind vorbei.

So hat alles begonnen: Einige Teilnehmer der ersten Stunde sind auf diesem Gruppenfoto,...

Landsberied – Der Seniorenkreis erfreute sich von Beginn an regen Zulaufs und ist heute, nach einem Vierteljahrhundert, aktiver und erfolgreicher denn je. In der Anfangszeit richtete sich das Angebot in erster Linie an die über 70-Jährigen im Ort. Man wollte ihrer Isolierung aus der Dorfgemeinschaft entgegenwirken, sie mit Angeboten aktivieren und bei den Problemen des Älterwerdens unterstützen. Doch bald schon erweiterten sich die Zielgruppe und das Angebot. Der Seniorenkreis begann, Unternehmungen und Informationsveranstaltungen zu organisieren – es ging nicht mehr nur um Probleme, sondern immer mehr auch um Spaß.

...andere auf diesem Foto von 1992 zu sehen.

Die Altersgrenze liegt inzwischen bei 60 Jahren beziehungsweise beim Eintritt in die Rente. Neben Informationsveranstaltungen zu Themen wie Patientenverfügung, Erbrecht und Schutz vor Trickbetrügern gibt es zahlreiche gemeinsame Unternehmungen – Ausflüge und Besichtigungen, Faschings-, Sommer- und Oktoberfeste, Weihnachtsfeiern, Konzerte und Kabarettabende.

Das allein wäre vielleicht noch nicht außergewöhnlich. „Es gibt aber auch Aktionen, die man sonst nirgends findet“, sagt Hubert Ficker stolz. So bringt der Seniorenkreis jedes Jahr einen eigenen Wandkalender heraus – mit Bildern der Veranstaltungen des abgelaufenen Jahres und den vormarkierten Daten der nächsten Treffen. Als höchst erfolgreich erwies sich auch ein Seniorenkochbuch, zu dem die Mitglieder Rezepte von Apfelstrudel bis Schweinsbraten beisteuerten.

Heuer ging es gemeinsam mit einer Fachfrau zum Kräutersammeln, um einen „Seniorenschnaps“ herzustellen. Bei der diesjährigen Weihnachtsfeier soll das Gebräu verkostet werden.

Die Teilnehmerzahl bei den diversen Veranstaltungen hat sich – verglichen mit der Anfangszeit – verdoppelt. Ficker schätzt, dass im Durchschnitt 60 Leute zu den Seniorentreffs kommen. „Bei 1500 Einwohnern ist das eine stolze Zahl.“

Dankbar sind die Organisatoren für die kontinuierliche Unterstützung der Gemeinde, die dem Seniorenkreis die gleichen Zuschüsse gewährt, die sie auch der Jugendarbeit zukommen lässt. „Den Senioren macht es Spaß, sie schätzen die Geselligkeit“, fasst Ficker den Erfolg zusammen.

Zum Festabend anlässlich des Jubiläums kamen über 100 Gäste, unter ihnen auch einige, die seit den Anfangstagen dabei sind. Großartig motiviert werden muss heute niemand mehr – anders als vor 25 Jahren, wie sich Ficker schmunzelnd erinnert. Damals lud er einen über 90-jährigen Mitbürger in den Seniorenkreis ein. Der lehnte ab – mit der Begründung, „da sind ja lauter Alte“.

von Ulrike Osman

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