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Stolz präsentiert Xaver Scheidl aus Mauern bei Grafrath seine Trophäen. 

Hegeschau

Erfolgreiche Jagd auf Krähen und Schwarzwild

Ungewöhnlicher Wandschmuck und ungewöhnliche Klänge im Dorfwirt: Die Kreisjägerschaft traf sich zu ihrer jährlichen Hege- und Trophäenschau.

Landsberied – Dabei wurden die Geweihe der im abgelaufenen Jagdjahr erlegten Rehböcke ausgestellt und von den Jagdhornbläsern „verblasen“ werden. Das Jagdhornsignal „Flugwild tot“ samt zugehöriger Abschusszahl stand heuer im Mittelpunkt.

Ein „mehr oder weniger“ erfolgreiches Jagdjahr bilanzierte Gerhard von Hößlin, Vorsitzender der Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes. Seine Jagdkollegen mahnte er, sich verstärkt um die „Knochenarbeit Schwarzwildjagd“ zu kümmern. Vor dem Hintergrund der latent drohenden Seuchengefahr durch die afrikanische Schweinepest und großer Flurschäden durch Wildschweine sei eine scharfe, aber waidgerechte Bejagung notwendig. „Legen Sie zusammen mit den Landwirten Schussschneisen an und trainieren Sie den Schuss auf den laufenden Keiler im Schießkino“, appellierte er die versammelten Waidleute.

Hans Betz, Leiter der Unteren Jagdbehörde, sprach von einer Schwarzwildproblematik, die durch reiche Eichel- und Bucheckernmast im vergangenen Jahr noch zugenommen hätte. „Die Bestände sind trotz 421 Abschüssen immer noch zu hoch“, stellte Betz fest. Er forderte mehr Bewegungsjagden auf Schwarzwild. Nach wie vor gäbe es bis zu 20 Euro Abschussprämien des Landratsamtes und der Regierung.

Mit 6770 Stück Rehwild in den letzten drei Jahren seien die Abschusszahlen zu 101 Prozent erfüllt. Die Soll-Zahlen für die kommenden Jahre mussten wegen Verbissschäden teilweise erhöht werden.

Die Rabenvögel-Bejagung stellte Kreisjagdberater Rainer Grüter in den Mittelpunkt seines Berichts. Mit 653 erlegten Krähen, schwerpunktmäßig im Osten des Landkreises, sei diese sehr erfolgreich verlaufen.

Mahnende Worte gab’s für zwei Reviere, die ihre Trophäen nicht ausgestellt hatten. Denn dabei können die Jagdaufseher die Gesundheits- und Ernährungssituation des Wildes ablesen. Dass von 24 erlegten Keilern nur sechs ausgestellt seien, kritisierte Grüter ebenso wie die Tatsache, dass offensichtlich eine Vielzahl von Schwarzwild für den Eigenverbrauch nicht auf radioaktive Cäsium-Strahlung untersucht werde. Seine weitere Abschussbilanz: 302 Hasen, fünf Kaninchen, 475 Füchse, 166 Dachse, 72 Fasane, 410 Enten, 66 Grau- und Kanadagänse und viele Eichelhäher und Elstern.

Zum Abschluss stellte Konrad Ostermeier eine Wärmebilddrohne vor, mit der er vor der Mahd die Wiesen auf geborene Rehkitze untersuchen kann: „Tödliche Verletzungen von Kitzen können damit vermieden werden, genauso kann man aber auch Wildschäden aus der Luft begutachten.“  mjk

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