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Landsberied

Freude über einen „fürchterlich langweiligen Haushalt“

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„Einen fürchterlich langweiligen Haushalt“ sah Vize-Bürgermeister Hubert Ficker (CSU/WDG) auf dem Tisch des Gemeinderats liegen – was als Kompliment gemeint war. 

Landsberied – Denn die Zahlen, die Verwaltung und Bürgermeisterin Andrea Schweitzer (FW/Einigkeit) vorbereitet hatten, waren gut begründet oder teilweise im Voraus beschlossen.

Das Wohnbau-Projekt der Gemeinde in Babenried taucht erstmals im Etat auf. Für das Haus neben der Kirche sind in den nächsten Jahren insgesamt 1,77 Millionen Euro eingeplant. Die Gemeinde hat 729 000 Euro an Fördergeldern vom Freistaat eingeplant. Der Aushub hat schon begonnen. „Erstmals haben wir seit 2013 wieder Schulden, eben wegen Babenried“, sagte Schweitzer. Zur Hausfinanzierung nimmt man zum Zins-Nulltarif einen Kredit von 450 000 Euro auf.

Spannend wird, ob die Gemeinde noch Geld für den Straßenbau vom Freistaat bekommt. 10 000 Euro sind zumindest sicher: Das ist die neue Pauschale, die die abgeschafften Straßenausbaubeiträge (Strabs) ersetzt.

Landsberied sollte aber zusätzlich 176 000 Euro vom Freistaat bekommen, die vor Abschaffung der Strabs in den Ausbau der Brucker Straße investiert wurden. „Der Freistaat hat sich verpflichtet, das zu übernehmen, was schon am Laufen war“, sagte Ficker. Der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf (VG), Richard Furtmeier, hat diesbezüglich aber schon von Kollegen Unerfreuliches gehört: Die Anträge auf Übernahme würden teilweise abgelehnt.

Finanzreferent Johannes Trischberger (CSU/WDG) sagte im Hinblick auf die vielen feststehenden Posten im Haushalt: „Der Einfluss ist limitiert.“ Er benannte auch die Investitionen in die gemeindeeigene Dorfwirtschaft. Die Kommune habe rund 865 000 Euro in den vergangenen 15 Jahren in das Gebäude gesteckt, mehr als die gesamten Pachteinnahmen. „Das ist keine Kritik an der Wirtschaft“, betonte er. Der Dorfwirt sei kein Objekt, das sich rentieren müsse, sondern eine Einrichtung für die ganze Gemeinde.

Das gesamte Volumen des Haushalts beträgt 4,3 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 2,4 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 1,9 Millionen Euro. Die wichtigsten Einnahmen der Gemeinde sind die Einkommensteuerbeteiligung (1,3 Millionen Euro), die Gewerbesteuer (360 000 Euro) und die Schlüsselzuweisungen vom Freistaat (138 000 Euro).

Die größten Ausgabeposten sind die Kreisumlage (857 000 Euro), die VG-Umlage (236 000 Euro) und das Kinderhaus am Grünberg (244 000 Euro). Aus den Rücklagen entnimmt die Gemeinde 750 000 Euro, sodass am Ende des Jahres noch 2,1 Millionen Euro auf dem Sparbuch sind. Bei den Schulden stehen die 450 000 Euro für den Hausbau in Babenried neu zu Buche. FABIAN DILGER

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