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Paul Hellmeier braucht neben Geschicklichkeit auch Kraft und innere Ruhe, sonst werden die Pferde nervös. 

Aus Landsberied in die Welt

Hufschmied international: In diesem Beruf sind 90 Prozent Handarbeit

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Ja, es gibt sie noch: Die Menschen, die mit ihren Händen arbeiten. In einer Zeit virtueller Realitäten, 3D-Drucker und computergesteuerter Maschinen erzählen sie von der Faszination ihres Tuns, das Hufschmied Paul Hellmeier schon weit herumgebracht hat.

Landsberied – Beißender, übelriechender Rauch steigt auf, als Paul Hellmeier das rotglühende Stück Metall auf Manadis’ Huf presst. Doch der Isländer-Wallach bleibt gelassen – er kennt die Prozedur. Und auch Paul Hellmeier verzieht keine Miene – schließlich macht er seit über vier Jahrzehnten nichts anderes, als Pferden neues Schuhwerk zu verpassen.

Es gibt auch aggressive Pferde

Für seinen Job scheint der 57-Jährige wie geschaffen. Groß gewachsen, breite Schultern, Hände wie Baggerschaufeln – vor allem letztere kommen dem Landsberieder sehr gelegen. Denn längst nicht alle seine tierischen Klienten sind so gelassen wie Wallach Manadis. „Es gibt verspielte und brave, aber auch ängstliche und aggressive Pferde“, sagt Hellmeier. Da müsse man schon mal gescheit zupacken können. Doch bei der Ruhe, die der Hufschmied ausstrahlt, bleibt auch seine Kundschaft meist gelassen.

Erfahrung ist das Wichtigste bei seinem Schaffen, meint Hellmeier. Hufe ausschneiden, Eisen schmieden, aufnageln, vernieten: rund 90 Prozent sind Handarbeit. „Und man braucht ein gutes Auge.“

Erinnerung an die Schmiede von Daglfing

Dass er einmal irgendetwas mit Pferden machen würde, war für Paul Hellmeier quasi vorbestimmt. Der Opa war Tierarzt für die Gäule, die Onkels auch, Vater und Bruder verdienten ihre Brötchen als Traber-Trainer. Große Teile seiner Kindheit verbrachte Hellmeier auf der Trabrennbahn in Daglfing. Der heute 57-Jährige kann sich noch gut an die Schmiede dort erinnern. Verraucht, mit Kohlefeuer und harschem Umgangston. „Das ist nix für mich“, denkt sich der Bub damals. Doch der junge Hellmeier will etwas mit seinen Händen und den geliebten Pferden machen. Und so steht er wenig später als Lehrling in der verrauchten, mit Kohlefeuer betriebenen Schmiede mit dem harschen Umgangston.

Schmiede-Einsatz international

Es war die richtige Entscheidung. Denn Paul Hellmeier scheint ein besonderes Talent für sein Handwerk zu haben. Rund um den Globus fordern ihn Pferdebesitzer für ihre wertvollen Vierbeiner an. Nach Hamburg, New York, Stockholm, Lissabon oder Kapstadt hat den Landsberieder sein Talent schon geführt. Besonders stolz ist er auf Sea Cove, ein Rennpferd, das unter seiner Betreuung rund 4,5 Millionen D-Mark erlaufen hat. „Das war eine tolle Zeit“, sagt der Hufschmied.

Und auch heute noch geht es für den Handwerker oft auf Reisen. Nicht selten muss er sein Werkzeug spontan packen, weil ein gutbetuchter Pferdebesitzer irgendwo in Europa seine Dienste anfordert.

Die Welt rund um die Pferde scheint für viele jedoch unbekannt zu sein. Privat muss der Landsberieder immer dieselben Fragen beantworten: Gibt es überhaupt noch Hufschmiede? Hat man da genug Arbeit? Und kann man davon leben? Der 57-Jährige beantwortet alle drei Fragen mit einem klaren Ja. Das Glück dieser Erde: Für Hellmeier sind es die Hufe der Pferde.

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