Versammlung der Kreisfeuerwehr

Immer weniger Respekt vor Rettungs- und Einsatzkräften

Die Zahl der Einsatzkräfte muss der Kreisfeuerwehr keine Sorgen machen. „Das entwickelt sich weiter nach oben“, sagte Kreisbrandrat Hubert Stefan in der Verbandsversammlung der Kreisfeuerwehr. 

Landsberied – Mehr als 2300 Aktive sind in den 52 Ortsfeuerwehren im Landkreis aktiv. 2017 mussten sie zu 3310 Einsätzen ausrücken, 2016 waren es 3124.

Sorge bereitet aber das Verhalten gegenüber Rettungskräften. Als jüngstes Beispiel dafür verwies Landrat Thomas Karmasin auf die Vorfälle im Englischen Garten in München am vergangenen Wochenende. Dort war ein Polizeieinsatz notwendig geworden, weil Rettungskräfte bedrängt worden waren.

Es werde zunehmend modern, sich an allem zu reiben, was Uniform trägt, so der Landrat. „Das ist eine schlechte Entwicklung, die mir große Sorge macht.“ Er vermisse den Respekt gegenüber Rettungs- und Einsatzkräften. „Man muss diesen Leuten ja nicht unterwürfig begegnen. Aber ihren Einsatz sollte man wertschätzen.“ Karmasin räumte ein, dass auch er keine Lösung habe. „Aber das Problem muss immer wieder angesprochen werden.“ Landsberieds Bürgermeisterin Andrea Schweitzer fügte hinzu: „Es müsste viel mehr einfach nur mal Danke gesagt werden.“

So gesehen sei der Zuwachs an Mitgliedern noch bemerkenswerter, erklärte Kreisbrandrat Stefan. Der Anteil der Frauen unter den aktiven Einsatzkräften liegt bei etwa zehn Prozent. Bei den Neuzugängen liegt die Quote laut Stefan höher. Als erfreulich stabil bezeichnete er die Zahl an jugendlichen Mitgliedern: Es sind rund 280. Hinzu kommen noch 118 Ehren- und 4200 passive sowie Fördermitglieder.

Ein Grund dieser Stabilität ist das Aus- und Fortbildungsangebot der Kreisfeuerwehr. 44 Veranstaltungen und 28 Lehrgänge wurden organisiert. Zufrieden zeigte sich Stefan damit, „dass wir Angebote finanziell so günstig anbieten können, um sie auch für kleine Wehren erschwinglich zu halten“. Ein Beispiel dafür sind die Atem- und Strahlenschutzübungen.

Die Finanzlage der Kreisfeuerwehr ist solide. Für das Jahr 2017 weist der Kassenbericht von Sascha Stirm, der aus beruflichen Gründen nicht anwesend war, einen Überschuss von 10 400 Euro aus. Stefan erklärte dazu: „Wir wollen keine Reichtümer anhäufen, sondern vernünftig in unsere Arbeit und Ausbildung investieren.“ Stirm hatte aber schriftlich die „Zahlungsmoral“!angemahnt: Es stehen noch gut 1200 Euro an Lehrgangsgebühren aus. Hans Kürzl

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