Die Landsberieder Gemeinde-Kiesgrube soll künftig zur Erzeugung von Solarstrom genutzt werden. (Symbolfoto)
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Die Landsberieder Gemeinde-Kiesgrube soll künftig zur Erzeugung von Solarstrom genutzt werden. (Symbolfoto)

Aus dem Gemeinderat

In Landsberied: Künftig Solarstrom aus der Kiesgrube?

  • Fabian Dilger
    vonFabian Dilger
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Die Landsberieder Gemeinde-Kiesgrube soll künftig zur Erzeugung von Solarstrom genutzt werden. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat einstimmig gefasst.

Landsberied – Damit ist die Nachnutzung als landwirtschaftliche Fläche vom Tisch. Rund 24 000 Quadratmeter Freifläche hat die Kiesgrube, die man für die Erzeugung von Solarstrom nutzen könnte. Theoretisch. Denn bis das gesamte Areal wieder so aufgefüllt ist, dass man dort etwas aufstellen kann, dauert es nach derzeitiger Planung bis 2036. Stand jetzt sind erst gut ein Drittel der Fläche wieder aufgefüllt.

Die Idee, dort einen Solarpark zu errichten, hat die Gemeinde schon einmal mit dem Stadtwerken besprochen. Alles ist aber noch sehr vage. Umweltreferent Florian Wolf (Grüne) schlug nun vor, auch andere Betreibermodelle prüfen zu lassen – und zwar mit Hilfe von Experten des Forschungsprojekts EULE der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. „Es geht darum, die Wertschöpfung, die wir durch die Photovoltaik-Anlage erzielen würden, in unserem Ort zu halten und gleichzeitig die Fläche noch ökologisch aufzuwerten“, sagte er.

Wolf kann sich zum Beispiel einen Betrieb durch die Bürger, durch die Gemeinde oder auch mit Beteiligung der Gemeinde vorstellen. Außerdem soll die Fläche nicht einfach nur mit Modulen bebaut werden. Es gehe darum, Biotope für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Die bestehenden Gehölze an der Kiesgrube würden dabei zum Beispiel erhalten. Eine solche Umwandlung wäre ein Modellprojekt. Wolf: „So etwas gibt es in Bayern noch gar nicht.“

Für seine Idee erhielt Wolf grundsätzlich Zustimmung. Die große Frage aber, die mehrere Gemeinderäte stellten, war folgende: Wann ist ausreichend Fläche in der Kiesgrube verfüllt, um einen solchen Solarpark zu bauen und rentabel zu betreiben? „Das ist ja eigentlich Zukunftsmusik. Ich finde das Projekt an sich gut, zum jetzigen Zeitpunkt aber verfrüht“, sagte Michael Hillmeier (CSU/WDG).

Die Gemeinde könnte das Tempo der Ausbeutung der Grube zwar beschleunigen, wenn sie den Kies gewerblich verkauft. Das will sie derzeit aber gar nicht. Verfüllt werden darf außerdem nur Material der eigenen Bürger und aus Landsberied, sagte Bürgermeisterin Andrea Schweitzer (FW/Einigkeit). So gibt es das Landratsamt vor. Wirklich Tempo machen, um schnell Fläche zu verfüllen, kann Landsberied also nicht.

Bernhard Förg (FW/Einigkeit) schlug deswegen vor, von Experten prüfen zu lassen, wie große die Fläche sein muss, damit eine Solaranlage Sinn macht. Und ob möglicherweise auch zu einem späteren Zeitraum erweitert werden kann, also wenn wieder ausreichend Kiesgrube verfüllt ist.

Diese Fragen soll die Gemeinde jetzt mit den Stadtwerken und dem Forschungsprojekt EULE besprechen. Der Gemeinderat ermächtigte Bürgermeisterin Schweitzer dazu.

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