Im dritten Jahr erblühen heuer schon über 20 000 Quadratmeter im Anschluss an die Bebauung. Wie das Luftbild zeigt, ist aber noch Platz für mehr.
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Im dritten Jahr erblühen heuer schon über 20 000 Quadratmeter im Anschluss an die Bebauung. Wie das Luftbild zeigt, ist aber noch Platz für mehr.

Babenried

Nach Tod von Naturschützerin: Blumenwiese soll weiter wachsen

  • Helga Zagermann
    vonHelga Zagermann
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Eine riesige Blumenwiese vor dem Haus erinnert Walter Schneider an seine Ehefrau und Alexander Felbinger an seine Mutter. Gaby Felbinger-Schneider hatte das Umweltschutz-Projekt 2019 angestoßen. Sie ist Ende 2020 mit nur 55 Jahren verstorben – doch ihr Mann und ihr Sohn lassen mit Hilfe von Paten die Bienenweide in Babenried weiter wachsen.

Babenried – Das Gemeinschaftsprojekt im Landsberieder Ortsteil Babenried startet ins dritte Jahr. Aus Liebe zur Natur hatte sich Gaby Felbinger-Schneider 2019 überlegt, eine große Blumenwiese anzulegen, angrenzend an ihr Haus am Rand von Babenried. Sie konnte den Grundstücksbesitzer des Feldes, Johann Hollinger aus Überacker (Gemeinde Maisach), von ihrer Idee begeistern – und im Anschluss viele Freunde und Nachbarn, die eine Patenschaft für Teilstücke der Wiese übernahmen.

2019 erblühten so bereits 4500 Quadratmeter, im Folgejahr waren es dann schon 11 000 Quadratmeter. Auch die Gemeinde Landsberied beteiligte sich mit 2000 Quadratmetern. Zudem ist der Obst- und Gartenbauverein Landsberied mit 1000 Quadratmetern jährlich dabei.

Gaby Felbinger-Schneider ist im November verstorben. Ihr Mann Walter Schneider und ihr Sohn Alexander Felbinger führen ihr Projekt weiter: eine große Blumenwiese in Babenried zur Förderung der Artenvielfalt.

Im November des vergangenen Jahres ist Gaby Felbinger-Schneider gestorben. Ehemann Walter Schneider (56) und Sohn Alexander Felbinger (28) sind in tiefer Trauer. Doch für beide stand sofort fest: Sie setzen das Artenschutz-Projekt fort. „Meine Frau hat sich das gewünscht“, sagt der 56-Jährige. „Und es ist eine schöne Erinnerung an sie.“ Das fanden auch Freunde und Verwandten, die auf Blumengestecke bei der Beerdigung verzichteten und stattdessen Geld für die Bienenweide spendeten.

Es werden noch Paten gesucht

Und so ist bereits sicher, dass dieses und auch nächstes Jahr 20 000 Quadratmeter erblühen – in Gedenken an Gaby Felbinger-Schneider und zum Schutz von Flora und Fauna. Jetzt peilen Vater und Sohn die 25 000 Quadratmeter an, weshalb für das Projekt noch weitere Paten gesucht werden. Und so kann man sich am Gemeinschaftsprojekt beteiligen: Pro Jahr und 100 Quadratmeter werden als Spende 25 Euro benötigt – zur Ansaat der Blumenwiese und als Ernteausfall für den Landwirt. Interessenten sollen sich bis spätestens Mitte März melden: und zwar per E-Mail an gaby@ schneider-bau-gmbh.de. Sobald das Feld komplett frostfrei und die Ansaat damit gut möglich ist, geht es los. Die Beiträge werden dann direkt an den Landwirt überwiesen.

„25 Euro für die Natur – das tut keinem weh“, macht Walter Schneider für eine Patenschaft Werbung. Je mehr Mitstreiter sich finden, umso stärker könne man den Artenreichtum fördern.

„Kundschaft“ für noch mehr Blüten wird wohl reichlich vorhanden sein. Im Jahr 2020 wurde vom Fürstenfeldbrucker Verband der Bayerischen Bienenzüchter ein Kasten für ein Bienenvolk aufgestellt. Jetzt hoffen alle, dass die Königin den Winter überlebt hat. Demnächst, im Laufe des Frühjahrs, soll noch ein zweites Volk am Rand der Wiese eine Heimat bekommen.

Walter Schneider, der jetzt mit dem Sohn sozusagen in einer Männer-WG am Rand der Blumenwiese wohnt, freut sich schon auf den Frühsommer. Wenn er dann daheim aus dem Fenster schaut, sieht er das blühende Leben. Und denkt an seine Frau, die die Natur so liebte.

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