Das Kinderhaus Grünbergzwerge geht an die Fortschritt GmbH.

Bürgerversammlung

Bürgerbegehren gegen Kinderhaus-Übergabe vom Tisch

Es gibt kein Bürgerbegehren gegen die Übergabe des Landsberieder Kinderhauses an einen freien Träger: Das hat Hans Märkl (Grüne) in der Bürgerversammlung im Dorfwirt vor knapp 100 Zuhörern angekündigt.

Landsberied Weder er noch andere Bürger würden ein Begehren anstrengen. Die Gemeinde hatte beschlossen, die Grünbergzwerge an die gemeinnützige Fortschritt GmbH zu übertragen. Eltern hätten ihn gebeten, kein Begehren zu starten, sagte Märkl. Denn sie seien unzufrieden mit der Gemeinde als Träger und erhofften sich von einem neuen Betreiber „bessere Zustände“, sagte er.

Märkl, der als einziger Gemeinderat gegen die Übergabe des Kinderhauses gestimmt hatte, kritisierte noch einmal die Entscheidung. Landsberied könne den Betrieb stemmen: „Wenn es kleine Gemeinden wie Hattenhofen und Schöngeising schaffen, dann würde es die Vorzeigegemeinde Landsberied auch schaffen.“ In der Vergangenheit habe die Gemeinde als Arbeitgeber ein schlechtes Bild abgegeben, darauf sei die hohe Personalfluktuation zurückzuführen.

Zwei Mütter meldeten sich danach zu Wort und unterstützten Märkl. Besonders beklagt wurde die Entwicklung seit dem Weggang der früheren Leiterin. „So wie es jetzt läuft, ist es schlecht“, sagte eine Mutter, ohne aber konkreter zu werden. „Ich fühle mich ein bisschen von der Gemeinde verlassen“, meinte die andere. Viele Eltern würden ähnlich empfinden.

Ein Skilift für 10.000 Euro?

Bürgermeisterin Andrea Schweitzer (FW/Einigkeit) antwortete: „Personalangelegenheiten werden in der Bürgerversammlung nicht diskutiert.“ Auch früher habe es eine hohe Fluktuation gegeben, das wisse sie als frühere Kindergarten-Referentin. Die politische Diskussion gehöre in den Gemeinderat und nicht in die Bürgerversammlung, sagte sie in Richtung Märkl, dem sie vorwarf: „Ich habe von dir noch nie einen konstruktiven Vorschlag gehört.“

Schweitzer hatte zuvor erklärt, warum sie die Übergabe für notwendig hält: Die Gemeinde habe enorme Schwierigkeiten, Personal zu finden und auf Ausfälle, Krankheiten und Schwangerschaften zu reagieren. Das könne Fortschritt einfacher managen. Der freie Träger habe außerdem fachlich eine größere Kompetenz.

Im Rahmen der Bürgereinwände beklagte Michael Acker, dass der Gemeinderat keine Tempo-30-Zone einführt. Das sei auf den Durchgangsstraßen laut Landratsamt nicht möglich, sagte Schweitzer. Zudem wollte Acker wissen: Was passiert mit dem Skilift? Wieso baut die Gemeinde in Babenried an der Dorfstraße ihr Wohnhaus nicht höher? Und wann kommt der P-&-R-Parkplatz der Gemeinde Schöngeising an der S-Bahn?

Der Skilift stehe noch zum Verkauf, so Schweitzer. 10.000 Euro will der Eigentümer dafür wohl haben. Die Gemeinde kann allerdings keinen Betrieb organisieren. „Ich kann den Gemeinde-Mitarbeiter nicht als Liftwärter beschäftigen“, sagte die Bürgermeisterin. Zum Bauprojekt erklärte sie: „Die Sicht auf die Babenrieder Kirche muss erhalten bleiben.“ Der Denkmalschutz war nur mit einem Stockwerk einverstanden. Beim Parkplatz hofft Schweitzer, dass Schöngeising bald baut. 

von Fabian Dilger

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