Haben sichtlich Spaß an ihrem eigenen Lift: (unten v.l.) Gerti Rinck (Vorsitzende des Skiclubs), Jennifer Rosenheimer, Bürgermeisterin Andrea Schweitzer, Angelika Margerl( Vize-Chefin Skiclub), Florian Staude, Ludwig Sinzinger und Andreas Glaser (oben v.l.),  Foto: peter weber
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Haben sichtlich Spaß an ihrem eigenen Lift: (unten v.l.) Gerti Rinck (Vorsitzende des Skiclubs), Jennifer Rosenheimer, Bürgermeisterin Andrea Schweitzer, Angelika Margerl( Vize-Chefin Skiclub), Florian Staude, Ludwig Sinzinger und Andreas Glaser (oben v.l.),

Am Filzberg

Skiclub rettet Landsberieder Lift-Oldie

  • Fabian Dilger
    vonFabian Dilger
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Ein Skiclub pachtet einen Skilift: Passt ganz gut, noch dazu wenn es sich um zwei Institutionen im Landkreis handelt. Der Skiclub Fürstenfeldbruck wird ab diesem Winter den Skilift in Landsberied betreiben. Ansonsten wäre dieser endgültig Geschichte gewesen.

Landsberied - „Gesunde Skepsis“, das war der erste Gedanke von Angelika Magerl, als sie von der Idee mit dem Skilift hörte. Die 53-Jährige ist zweite Vorsitzende des Skiclubs, damit im Vorstand und hörte so als erstes von diesem Gedanken. Sportwart Ludwig Sinzinger war die Idee nach der Lektüre eines Artikels im Fürstenfeldbrucker Tagblatt gekommen. Die Gemeinde Landsberied hatte im Sommer auf diesem Weg einen Aufruf gestartet, um neue Betreiber für den Lift zu suchen.

Die letzten Betreiber hatten nach dem milden und weitgehend schneelosen Winter 2019/2020 die Anlage am Filzberg verlassen. Aus der gesunden Skepsis beim Skiclub wurde aber mehr und mehr die Überzeugung: Wenn jemand als Betreiber auftreten kann, dann gerade ein Verein, der genügend ehrenamtliche Arbeit aufbringen kann. Denn wirtschaftlich interessant ist ein solch kleiner Skilift wohl für keinen Betreiber mehr.

Der Club-Vorstand startete eine Umfrage unter den rund 450 erwachsenen Mitgliedern. Gute 20 Leute meldeten sich zurück und sagten Einsatz und Hilfe zu. Schließlich muss bei Schnee der Lift besetzt sein. Es gibt ein neues Referat eigens für den Skilift, das der Diplom-Ingenieur Andreas Glaser mit Fachwissen ausfüllen kann. „Es ist eine Bindung von vielen Menschen, die sagen, ich kenne den Lift schon ewig und es wäre schade, wenn der aufhören würde“, erzählt Magerl von den Rückmeldungen der Mitglieder. „Ein bisschen der Heimat etwas zurückgeben“, das könne man mit dem Betrieb. Schließlich werde man als Verein auch immer von der Öffentlichkeit unterstützt.

Bei Abbau wäre die Genehmigung weg

Der Skiclub war der einzige Interessent, der sich gemeldet hatte, erklärt Landsberieds Bürgermeisterin Andrea Schweitzer (FW/Einigkeit). Ein paar Jahre Pause und dann wieder aufbauen, das ginge nicht. „Es ist nur noch Bestandsschutz“, sagt Schweitzer. Sprich, weil der Skilift schon seit Jahrzehnten so steht, darf er so weitermachen wie bisher. Einmal abgebaut, wären die Genehmigungen der Behörden erloschen.

Genau wegen diesen Genehmigungen steht der Skiclub noch in Kontakt mit Landratsamt und Regierung von Oberbayern – die es übrigens auch schön fanden, dass der Lift am Leben erhalten werden soll, wie Magerl verrät. Wenn alle Papiere für den Betreiberwechsel da sind, wenn der TÜV alles abgenommen hat, wenn Corona es zulässt und vor allem wenn der erste Schnee liegt, dann kann auch das erste Mal wieder geöffnet werden.

Hoffen auf die Weihnachtsferien

Zurzeit ist wegen dem Virus nämlich überhaupt kein Liftbetrieb erlaubt, nirgends. „Wir hoffen auf die Weihnachtsferien“, sagte Magerl. Die Konditionen der Zusammenarbeit zwischen Landsberied und Betreiber sind weitgehend unverändert: Die Gemeinde verpachtet das technische Gerät des Skilifts an den Skiclub und pachtet auch weiterhin die Wiese, auf der der Skihang liegt. Dafür investierte die Gemeinde insgesamt 6000 Euro in die Elektrik und ein neues Seil.

Auf fünf Jahre ist die Zusammenarbeit jetzt erst einmal vertraglich festgesetzt. Von 1. November bis 31. März ist der Skiclub verpflichtet, bei einer befahrbaren Schneedecke den Lift zu öffnen. Unter der Woche am Nachmittag, am Wochenende ganztags. Und zwar natürlich für alle Ski- und Snowboardfahrer, so wie immer, betont Magerl ausdrücklich, bevor jemand abgeschreckt sein könnte: „Es ist kein Vereinslift.“ Auch wenn der Skiclub die neue Möglichkeit natürlich gerne für seine eigenen Kinder- oder Anfängerkurse nutzen möchte. Und schließlich, sagt Magerl: „Es ist schon ein bisschen Renommé, als Verein, zu sagen: Man hat einen eigenen Lift.“ Skiclub mit Skilift, das können sich die Brucker in Zukunft mit gewissem Stolz anheften.

Weitere Informationen

Sobald ein Betrieb des MIPM-Liftes möglich ist, informiert der Skiclub auf seiner Internetseite www.skiclub-ffb.de immer aktuell, ob der Lift am jeweiligen Tag geöffnet ist

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